Text-Bild-Ansicht Band 244

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welche in Folge zu groſser Kausticität Dicht direct zum Sieden von Schmierseife benutzt werden kann, auf 100 Th. Aetzkali etwa 33 Th. Potasche zu und stellt sie auf die gewünschten Grade.

Nach Fertigstellung der Lauge setzt man das Fett zum Sieden au. Bei ungefüllten Seifen nimmt man gewöhnlich auf 100k Leinöl 33 bis 40k guten Talg, bei gefüllten Seifen, wo die Menge durch die Füllung bedeutend vermehrt wird und zu wenig Korn zeigen würde, 40 bis 50k Talg. Zur Erzielung einer schönen gelben Farbe werden oft noch 5 Proc. rohes Palmöl mit zum Sieden verwendet. Im Sommer wird die Fettmischung zu dieser Seife gewöhnlich in der Art verändert, daſs man, um der Seife eine gröſsere Consistenz zu verleihen, halbfeste Fette, als Kammfett, Schweinefett u. dgl., oder auch Baumwollsaatöl zum Sieden mit verwendet.

Um ein leichtes und schnelles Sieden zu haben, verwendet man gewöhnlich eine Durchschnittslauge von 23 bis 24° B. Angenommen, man hat 1000k Fettansatz und es sind 8 Töpfe Lauge von 24° B. zum Verseifen von 100k Fett erforderlich, so gibt man 34 Töpfe Lauge von 18° B. zu dem Fettansätze in den Kessel und befördert durch Krücken bei langsamem Feuer den Verband zwischen Lauge und Fett. Dann werden 42 Töpfe Lauge von 28° B. unter lebhaftem Sieden nach und nach hinzugegeben, wonach die Seife in den Leim gekommen sein wird. Man gibt, nachdem die Seife tüchtig gesotten, nun allmählich die noch ungefähr nöthigen Töpfe von 28° B. hinzu, nimmt zwischendurch ab und zu eine Probe auf Glas und richtet schlieſslich die Seife auf „schwache Blume“ (die Laugenadern, welche sich beim Ueberschuſs von etwas Alkali auf der Probe zeigen) bezieh. auf Laugenring ab.

Die Seife wird im Sommer immer mehr eingedampft wie im Winter; auch Seifen, welche gefüllt werden sollen, dampft man etwas stärker ein. Um ein schnelleres Körnen der Seife zu bewirken, wendet man öfter bei der Abrichtung etwas Sodalauge von 24° B. mit an. Während des Siedens der Seife muſs beobachtet werden, ob man im richtigen Kalkverhältniſs ist. Eine Seife, welche zu hoch im Kalke steht, wird, wenn auch gut eingesotten, nach längerem Stehen zäh und gummiartig, bleibt trübe und körnt schlecht, ist also für den Verkauf unbrauchbar. Sie wird dann schwerfällig, mehr unten im Kessel sieden und sich nur bei sehr starkem Feuer heben. Die Seife wird ferner in breiten, zähen Streifen vom Spatel ablaufen und eine auf Glas gesetzte Probe „ledern“ sein. Durch Zugabe von starker Potaschelösung wird dieser Fehler leicht verbessert. Steht sie zu niedrig im Kalk, so siedet die Seife hoch, hat ein dünnflüssiges, wässeriges Aussehen und muſs durch Zugabe von Kalkwasser oder schwacher Lauge diesem Fehler abgeholfen werden. Die Seife darf ferner nicht zu stark abgerichtet werden, weil sie sonst beim späteren Stehenlassen