Text-Bild-Ansicht Band 244

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noch unverseiftes Oel vorhanden ist, dieses verbrennt, so daſs Verluste entstehen. Zeigen die Proben die sämmtlichen erforderlichen Merkmale, so läſst man sie ruhig stehen und füllt sie, wenn sie kälter geworden ist. Eine Seife, welche gefüllt wird, nachdem sie sich etwas abgekühlt hat, wird schöner und glatter als eine ganz heiſs gefüllte.

Die Ursache von in erkalteter glatter Seife mitunter sich zeigendem Fluſs oder Flocken ist häufig in zu schwacher Abrichtung zu suchen; doch darf im Sommer die Seife nicht übermäſsig abgerichtet werden, da sie sonst ihr Ansehen und ihr Feuer verliert und, wie man sagt, glitschig wird. Zu schwache Abrichtung gibt bei nicht gehöriger Abdampfung eine Seife, welche nach längerer Lagerung dünn und lang wird. Sind zu schwach abgerichtete Seifen richtig eingedampft, so werden sie bei kälterer Witterung häufig trübe. Bei Verwendung von anderen Oelen als Leinöl muſs stets die Jahreszeit berücksichtigt werden, das an Stearin reiche Oele in zu groſsen Mengen verwendet, selbst ganz richtige Waaren verderben. Zu durchscheinender Glycerinschmierseife ist nur ganz helles raffinirtes Harz zu verwenden um so mehr, als Seifen, welche Harz enthalten, beim Lagern nachdunkeln. In einzelnen Gegenden wird die Schmierseife jetzt so hell verlangt, daſs ein Zusatz von Harz überhaupt nicht möglich ist.

Die Verarbeitung des Harzes bei Schmierseifen kann in zweierlei Weise geschehen: Man kann das Harz gleich zu Anfang mit in den Kessel geben und mit den Oelen zusammen versieden, oder man kann es der Seife zusetzen, nachdem dieselbe bereits fertig ist. Welcher von beiden Wegen der bessere ist, darüber gehen die Ansichten weit aus einander. Der erste Fall ist einfacher, er erfordert nur einmaliges Abrichten und gibt gleichmäſsigere Waare; doch scheinen die Seifen dunkler zu werden als bei der zweiten Methode, welche auch unzweifelhaft eine höhere Ausbeute gibt, die jedoch durch den Zeitverlust, welchen das Einkrücken der für die Verseifung des Harzes erforderlichen Lauge verursacht, vielleicht wieder aufgewogen wird. Ferner finden sich zuweilen in Schmierseifen, welchen das Harz zuletzt beigegeben wurde, kleine Bläschen, was allerdings der Seife nicht schadet, aber ihr Aussehen verschlechtert, so daſs ersteres Verfahren namentlich den Siedern zu empfehlen ist, welche nicht vollkommen fest und sicher im Sieden dieser Seifen sind.

Von 100k Leinöl erhält man bei richtigem Eindampfen und Abrichten 233 bis 235k reine, schaumfreie Seife. Hierzu kommen 15k Harz, von welchem man sagt, daſs 1k Harz 1,5 bis 1k,75 Seife geben. Auf die Weise würde man also aus 100k Leinöl und 15k Harz 255 bis 260k Seife erhalten. Bei transparenter Glycerinschmierseife ist an eine solche Ausbeute nicht zu denken, da es zumal im Winter nöthig ist, dieselbe gut einzudampfen. So ist höchstens eine Ausbeute von 252 bis