Text-Bild-Ansicht Band 242

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Der Lehmkern b (Fig. 4) der Röhre ist bei dem Muff mit einer eisernen gedrehten Scheibe l, welche auf der Kernspindel festgekeilt ist, versehen, während das zweite Ende conisch verjüngt ist, um dem Kern centrische Lage und festen Sitz zu geben. Sonst ist er in üblicher Weise nach Schablone abgedreht, wobei man jedoch der Durchbiegung durch das Eigengewicht mittels entprechend sanfter Krümmung der Schablone Rechnung trägt.

Zur Zusammenstellung der getrockneten Manteltheile a wird der Gieſskasten in horizontale Lage gebracht und es werden, von dem Muff beginnend, die Manteltheile Stück für Stück eingelegt. Dann wird der Gieſskasten verschlossen und hierauf, nachdem die Deckflansche aufgesetzt, mit dem Muff nach oben gestellt, um unter Zuhilfenahme eines Krahnes den Kern einzuziehen.

Das Gieſsen geschieht in der bei stehenden Röhren üblichen Weise; einige Minuten nach Abguſs wird der Gieſskasten horizontal gelegt, das noch glühende Rohr sammt seinem Mantel herausgenommen und abkühlen gelassen.

Die Vortheile des neuen Verfahrens sollen vor Allem in den geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten, sowie in bedeutender Raumersparniſs bestehen. Ein Gieſskasten kann täglich 15 bis 20 mal gefüllt werden und dieselbe Anzahl Arbeiter kann 3 mal so viel leisten als bei dem üblichen Verfahren. Der Sandmantel wird zugleich mit dem Rohre herausgenommen. Das Trocknen ist auf 1/10 der bisherigen Dauer vermindert, da die Manteltheile in gut eingerichteten Trockenkammern anstatt über offenen Kohlenfeuern getrocknet werden. Zugleich erzielt man ein sehr vollständiges und gleichmäſsiges Durchtrocknen des Mantels, welcher kalt in den Gieſskasten kommt, so daſs die Gefahr des Poröswerdens beseitigt ist. Zwischen den einzelnen vollständig ausgetrockneten Manteltheilen, sowie an der Wand des Gieſskastens bleiben so viele Lücken, durch welche die sich bildenden Gase schnell entweichen können. Die nach diesem Verfahren hergestellten Röhren zeigen angeblich glatte Oberflächen und können mit Verstärkungsrippen und Ringen gegossen werden, was sonst bei stehendem Guſs nicht gut thunlich ist.

Neuerungen an Schmiedefeuern.

Mit einer Abbildung auf Tafel 33.

Bei dem Schmiedefeuer von Heathfield, Eyre und Comp. in London wird nach Iron, 1881 Bd. 17 * S. 129 die Abhitze zum Betriebe des Gebläses benutzt. Zu diesem Zwecke hängt unter dem Rauchfang ein kleiner Dampfkessel, welcher durch ein Rohr mit der Form derart