Text-Bild-Ansicht Band 241

Bild:
<< vorherige Seite

erwärmte Vorlage, darauf in Wasser eintritt, an welches er alles in dem Untersuchungsobject enthaltene Arsen als Chlorarsen überführt. Nach der Verdünnung der so erhaltenen arsenhaltigen Salzsäure kann das vorhandene Arsen sogleich als reines Schwefelarsen gefällt werden. Diese Methode bewährt sich besonders bei frischen Leichentheilen, während sie bei solchen, welche der Verwesung bereits unterlagen, minder empfehlenswerth ist, weil sich in diesem Falle viel störende schweflige Säure entwickelt. Den Apparat von Marsh hat er dahin verbessert, daſs er das horizontale Rohr von böhmischem Glase an zwei 25cm von einander entfernten Stellen auszieht, die dazwischen liegende Rohrstrecke mit Schaumgold umgibt und mit einer geeigneten Lampe der ganzen Länge nach erhitzt, während die dem Entwicklungsgefäſs abgekehrte Einschnürung mit Wasser gekühlt wird. Auf diese Weise vermag er noch 0mg,0025 Arsen als deutlichen Arsenring nachzuweisen.

Zur Untersuchung von Zeugen, Tapeten u. dgl. auf Arsen wird nach E. Lyttkens (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1881 Bd. 26 S. 305) eine Fläche von 150qc der Stoffprobe durch verdünnte Schwefelsäure und Kaliumchlorat oxydirt, zu der Lösung etwas Natriumsulfit gesetzt, um möglicher Weise vorhandene Arsensäure zu Arsenigsäure zu reduciren, wonach sie filtrirt wird. In das Filtrat wird Schwefelwasserstoff eingeleitet, nach 12 Stunden filtrirt und die Fällung auf dem Filter mit warmer Lösung von Ammoniumcarbonat behandelt, wobei Schwefelarsen und eine kleine Menge organischer Stoffe gelöst und in eine Porzellanschale aufgesammelt werden. Die erhaltene Flüssigkeit wird im Wasserbade zur Trockne verdampft, von neuem mit Schwefelsäure und Kaliumchlorat oxydirt, wonach die Flüssigkeit so lange verdampft wird, bis alles Chlor verflüchtigt und die Flüssigkeit farblos geworden ist. Die so erhaltene Lösung wird schlieſslich in den Marsh'schen Apparat gebracht und das Reductionsrohr ungefähr 20 Minuten glühend erhalten. Da auf diese Weise alles in der Probe befindliche Arsenik in 2 bis 3cc Schwefelsäure concentrirt erhalten wird, so braucht der Marsh'sche Apparat nicht gröſser als 30cc zu sein. Das Wasserstoffgas trocknet man in einem Kugelrohr mit Schwefelsäure. Auf diese Weise sind von den in 2½ Jahren untersuchten 1704 Stoffproben 23,3 Proc. arsenhaltig befunden worden. Vor allem haben sich gedruckte Zeuge von allen Farben arsenhaltig erwiesen. Von gefärbten Zeugen sind am meisten die braunen und rothen und von Tapeten die gelbbraunen und grauen als arsenhaltig nachgewiesen worden. Das Schwedische „Giftgesetz“ schreibt vor, daſs eine Waare als arsenhaltig angeseheu werden soll, wenn aus einer Probe von 440qc Gröſse von gedruckten Zeugen, Tapeten und Rouleaux, ferner aus einer Probe von 220qc Gröſse von gefärbten Zeugen ein schwarzer oder schwarzbrauner, theilweise