Text-Bild-Ansicht Band 241

Bild:
<< vorherige Seite

Eingehen auf dieses scheinbar widersprechende Verhalten der einzelnen Holzarten gibt uns indessen überraschende, wenn auch sehr nahe liegende Erklärungen: Die Versuchskulturen haben mit zweierlei Widerwärtigkeiten zu kämpfen, einmal mit dem Hüttenrauche, ein andermal mit der Bodenverarmung. Daſs eine solche Bodenverarmung auf den Hüttenrauchsblöſsen eingetreten sein wird, ist sicher. Ob diese indessen lediglich durch lange Freilage oder vielleicht auch durch Mitwirkung der schwefligen Säure u. dgl. oder durch die verhinderte Humusbildung, deren ich zu Anfang Erwähnung that, bewirkt ist, bleibe vorläufig unerörtert. In meinem Forstgarten hat die Versuchskultur lediglich mit der Bodenarmuth zu thun gehabt. Die genügsame Kiefer, die Fichte und auch die Eiche, welche sich in geringere Bodenverhältnisse zu schicken verstehen, sind gediehen. Die anspruchsvolle Esche ist gänzlich todt, Ahorn und Buche sind kümmerlich. Im Freien haben nun aber die Versuchskulturen nicht nur mit der Bodenverarmung, sondern auch noch mit dem Hüttenrauche zu kämpfen; daher überall die schlechten Resultate. Die Holzarten, welche dem Rauche am besten widerstehen, wie Esche und Ahorn, sterben in Folge der Bodenarmuth, welche gleichzeitig auch ihre Widerstandsfähigkeit schwächt. Die Holzarten, welche mit dem minder guten Boden wohl vorlieb nehmen würden, – als Nadelhölzer, Birken, auch wohl Buchen – haben wieder wenig Widerstandsfähigkeit gegen den Rauch. Allein die Eiche vereinigt die beiden Eigenschaften, welche sie befähigen, zur herrschenden Holzart in Hüttenrauchsgegenden zu werden.

Wenn ich nun zur Erörterung der Frage übergehe, wie dem Schaden forstlicherseits abzuhelfen sein möchte, so erwarte man nicht, daſs ich Mittel und Wege dazu angeben kann. Ich muſs mich lediglich darauf beschränken, die Maſsregeln und deren Resultate aufzuzählen, welche man forstlicherseits ergriffen hat, um sich seiner Haut zu wehren. Ich muſs bei dieser Gelegenheit noch einige andere Hütten in die Besprechung hineinziehen.

Bei Juliushütte ist am Todtberge ein etwa 20m breiter Rand 80jähriger Fichten stehen geblieben, hinter dessen Schutz dann 1875 kultivirt ist. Die Kultur steht 1878 gut, zeigt aber schon überaus deutliche Spuren von Rauchverletzungen. 1880 ist bereits ein groſser Theil der Pflanzen getödtet und läſst das Aussehen der Kultur mit Sicherheit eine noch stärkere Schädigung erwarten, sobald die Fichten dem Grase mehr entwachsen sind. Bei Lautenthal am Bielstein hat man, wie schon kurz erwähnt, Flechtzäune in 3m Entfernung vor 10 Jahren angelegt, um ein Abschwemmen des frei gelegten Bodens zu verhüten. Der Erfolg ist ein guter und kann diese Maſsregel in ähnlichen Fällen als bewährt empfohlen werden. Bei Clausthaler Silberhütte hat man vielfach Schutzmäntel stehen lassen, so am Eichelnberge gegenüber dem Silbernenaal in einer Breite von über 100m; dahinter hat man mit Erfolg kultivirt. Die Kultur ist jetzt angehende 20jährige Dickung, zeigt aber überall deutliche, schwache bis mäſsige Rauchbeschädigung.

Ich muſs hier gleich noch Einiges über Schutzmäntel hinzufügen: Am Einertsberge liegt nördlich der Hütte auf dem sanft nach Südwest geneigten