Text-Bild-Ansicht Band 241

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Schwefelsäure verarbeitet, 7600 Ctr. aber als 15200 Ctr. schweflige Säure entwichen sind.

Lautenthal hat 58000 Ctr. Erze mit 8700 Ctr. Schwefel verarbeitet, von welchem 2400 Ctr. = 4,1 Procent der Erzmenge in 7200 Ctr. Schwefelsäure umgesetzt und 6300 Ctr. als 12600 Ctr. schweflige Säure frei werden.

In Folge ausgezeichneter Einrichtung der Schwefelsäureanlagen der Freiberger Hütten wurden dort bereits i. J. 1870 57 Procent der schwefligen Säure zu Schwefelsäure verarbeitet, während nur 43 Procent der schwefligen Säure entwichen. Durch ähnliche Anlagen würde man auf unseren Hütten auch 57 Procent der schwefligen Säure zurückhalten können, wodurch dieselben bei Clausthal von 56000 auf 24000, bei Altenau von 15200 auf 7700, bei Lautenthal von 12600 auf 7500, zusammen von 83800 auf 39200 Ctr. schweflige Säure vermindert werden könnten. Aber nicht nur die schweflige Säure, sondern auch die Flugstaubmenge würde bedeutend verringert werden. In Freiberg werden davon über 6 Procent der verarbeiteten Erze bei der Schwefelsäurefabrikation in den Kammern zurückgehalten, die ohne diese Einrichtung in die Luft getrieben würden. Wenn hieraus ein Schluſs auf unsere Hütten zulässig ist, und ich wüſste nicht, was dem entgegen stände, so würde dies eine zur Hauptsache aus arseniger Säure, Schwefelsäure, Blei- und Zinkoxyden bestehende Flugstaubmenge ausmachen: bei Clausthal von 10000 Ctr., bei Lautenthal von 3500 Ctr. und bei Altenau von 3600 Ctr.

Ich sollte meinen, daſs das Zurückhalten einer solchen Menge schädlicher Stoffe die erwünschten Erfolge haben müsse, zumal die Erfahrungen in Sachsen ein auſserordentlich günstiges Zeugniſs dafür ablegen. Dies beweist nicht nur eine Aeuſserung Freytag's auf S. 43 des angezogenen Gutachtens vom J. 1873, nach welcher die Beschädigungen der Vegetation in den letzten Jahren in Folge verbesserter Condensationseinrichtungen auſserordentlich abgenommen haben, sondern auch vor allem die Abnahme der für Hüttenrauchschaden gezahlten Entschädigungsummen. Während im J. 1864 noch 18 599 Thlr. bezahlt wurden, vermindert sich in Folge der verbesserten und vervollkommneten Einrichtungen die Entschädigungsumme bis zum J. 1870 auf 1594 Thlr., während gleichzeitig die Schwefelsäurefabrikation von 4,5 auf 25,2 Procent der verhütteten Erzmenge stieg; also während sich die Schwefelsäurefabrikation von 1 auf 6 erhöhte, verminderte sich der Schaden von 12 auf 1. Solche Zahlen reden! Vorläufig kann allein die Anlage von Condensationsvorrichtungen uns helfen. (Vgl. Freitag 1873 208 235.)

Es bleibt mir noch die Frage zur Erwägung, ob die einstige Wiederbewaldung der durch Hüttenrauch verwüsteten Flächen möglich sein und etwaigen Falles in welcher Weise dieselbe zu bewirken sein wird.

Soweit die Bodendecke und das kulturbare Erdreich nicht bereits durch Regengüsse von den Blöſsen abgewaschen ist, wird meines Erachtens eine Wiederbewaldung allzu groſse Schwierigkeiten nicht finden. Die jetzt bewaldete Nachbarschaft alter Hüttenplätze im Granethale, im Innerstethaie, auch bei Schulenberg im Weiſswasserthal gibt uns in dieser Beziehung beruhigende Aufschlüsse. Auch zeigt der Kulturversuch im Forstgarten, daſs die Bewaldung des Hüttenrauchbodens voraussichtlich erfolgreich betrieben werden kann. Anders verhält es sich mit den ihrer Bodenkrume beraubten, völlig steril gewordenen Flächen. Solche Flächen, von denen auch