Text-Bild-Ansicht Band 241

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das letzte Restchen Erde abgespült ist, wieder zu bewalden, gehört, wenn nicht zu den Unmöglichkeiten, so doch zu den schwierigsten, meist erfolglos versuchten Aufgaben der Forstkultur. Hier weiter die Maſsregeln, welche zur Wiederkultur von dergleichen abgespülten Flächen anzuwenden sein möchten, zu besprechen, dürfte zu weit führen und mag nur noch erwähnt sein, daſs zur Wiederkultur der Hüttenrauchblöſsen in erster Linie die genügsamen Holzarten einen Platz finden werden.

Zum Schlusse eilend, gestatte ich mir, noch einmal kurz die bisherigen Resultate unserer Forschungen zu wiederholen:

1) Das Studium der Hüttenrauchschäden in Waldungen ist noch jung und kann als abgeschlossen nicht betrachtet werden.

2) Der Hüttenrauch schädigt vorzugsweise durch die schweflige Säure.

3) Alle Bäume vermögen eine gewisse Menge Schwefelsäure durch die Blätter aufzunehmen, wodurch sie in einen kränkelnden Zustand versetzt werden, der sich durch Absterben einzelner Blätter, Zweige oder vollständigen Tod äuſsert.

4) Die chemische Analyse ist das geeignete Mittel, den Bezirk des Hüttenrauches festzustellen.

5) Der Schaden kann nur durch forstliche Bonitirung ermittelt werden.

6) Der Zuwachs des Baumes im Hüttenrauche ist ein unregelmäſsiger und schwankender.

7) Durch Hüttenrauch wird der Baum schon vor dem Tode am Zuwachs geschädigt.

8) Gesunde kräftige Bäume können dem Hüttenrauche länger widerstehen als kränkliche.

9) Die Laubhölzer, namentlich die Eiche, widerstehen dem Rauche besser als die Nadelhölzer.

10) Alle Holzarten, welche Ansprüche auf humosen, mineralisch kräftigen Boden machen, gedeihen im Hüttenrauchboden nicht.

11) Die einzige Holzart, deren Anbau in Hüttenrauchgegenden, namentlich in gefährdeten Lagen, Erfolg verspricht, scheint die Eiche zu sein.

12) Die Umwandlung der gefährdeten Nadelholzflächen in Laubholz scheint geboten zu sein.

13) Vom Hüttenrauch krank gewordene Bestände sind gegen Käferschaden nicht geschützt.

14) Zur Bewahrung der Bodendeckung und der Bodenkraft ist bei Holznutzungen mit gröſster Vorsicht zu verfahren und diese namentlich in der Nähe der Hütten lediglich auf Trockniſs zu beschränken.

15) Zur Vermeidung von Wirthschaftsstörungen sind alle Hüttenrauchsbestände zu einem selbstständigen Wirthschaftscomplexe zu vereinigen.

16) Durch Anlage von Schwefelsäurefabriken, durch welche die