Text-Bild-Ansicht Band 240

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Bei den Dresdener Generatoröfen ist nach Hasse (Journal für Gasbeleuchtung, 1880 S. 411) die Füllöffnung des Generators mit einem kugelartig gestaltetem Verschluſs versehen (Fig. 7 Taf. 25), welcher eine Ausgleichung mit dem Ofenhausfuſsboden gestattet. Zur Dampfentwicklung ist unter dem Kanal für das nach dem Schornstein ziehende Feuer im Ofen ein schmaler und niedriger, 7 bis 14cm hoher Kanal angebracht, in diesen ein einmal zurück und wieder vorwärts führendes schmiedeisernes Rohr eingelegt und letzteres in seiner Verlängerung nochmals in einer neben dem Feuerkanal zwischen diesem und dem Ofenpfeiler belassenen Oeffnung hinter- und vorgeführt, das eine Ende auf der einen Seite mit einem Wasserbehälter verbunden und auf der anderen Seite bis unter die Wangensteine z (Fig. 8) des Generators geführt, wo es mehrere Abgänge e erhält. Sowohl am Eintritt, als am Austritt vom Ofen besitzt das Rohr einen Regulirungshahn; die Dampfentwicklung ist eine ununterbrochene. Eine Ersparniſs an Feuerungsmaterial ist hierbei nicht zu erkennen; dagegen genügt dieser Dampf, um ein Mürbewerden und eine theilweise Umwandlung der Schlacke in Asche zu bewirken, das Schlacken somit zu erleichtern, auſserdem aber den Schlackenüberzug an den Wangensteinen zu befördern, so daſs, im Fall die Wasserzuführung in die schmalen Rinnen w an der Sohle des Generators vernachlässigt werden sollte, dieser Dampf durch seine Einwirkung auf die Verschlackung immer noch genügt, das Verbrennen der Wangensteine zu verhindern.

Die Generatoröfen von C. Haupt (vgl. 1880 235 * 208) in der Gasanstalt zu Brieg haben sich nach L. Link (Journal für Gasbeleuchtung, 1880 S. 250) seit October 1880 gut bewährt. Wegen geringer Tiefe des Retortenhauses konnten nur sehr kurze Retorten vom Normalformat I bei 2m,18 lichter Ofentiefe zur Verwendung kommen. Zur Vergasung kamen Kleinkohle aus Königin-Louise-Grube bei Zabrze, Oberschlesien, zur Aufbesserung des Gases gemischt mit Stückkohle aus Orzesche, welche zwar nicht mehr, aber weit besseres Gas gibt als erstere Kohle, die Kokes sind aber weniger gut als von Zabrze-Kohle allein.

Mit einem Ofen zu 8 Retorten wurden vom 28. November bis 2. December 1879 in 5 Tagen und 6 Stunden bei 4stündigem Beschicken der Retorten von 35t,6 Kohlen 10002cbm Gas gezogen, also von 100k 28cbm,1 und für die Retorte und Tag 243cbm. An Kokes wurden dazu verfeuert 5030k,5 oder für 100k Kohlen 14k,13 und für 100cbm Gas 50k,3. In 6 Tagen und 18 Stunden wurden ferner erhalten von 44t Kohlen 12498cbm Gas, also für 100k 28cbm,4 und für die Retorte und Tag 231cbm. Verfeuert wurden dazu 6118k Kokes, somit für 100k Kohlen 13k,9 und für 100cbm Gas 48k,95. Dabei waren beide Nachbaröfen kalt. Im Januar 1880 wurden in 3½ Tagen von 21t,6 Kohlen 6413cbm Gas, somit von 100k Kohlen 29cbm,68 und für die Retorte täglich 229cbm Gas erzeugt. Verfeuert wurden 3123k Kokes oder für 100k Kohlen 14k,46 und für 100cbm Gas 48k,7 Kokes. Die abziehenden Gase waren etwa 400° warm.

Am 31. December 1879 waren in Deutschland vorhanden 370 Oefen mit