Text-Bild-Ansicht Band 236

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beiden Terrainpunkte, in welchen die Latten aufgestellt wurden. Die Massstäbe sind mittels Senkeln lothrecht zu stellen. Auch kann an die Libelle eine Vorrichtung angebracht werden, um sie in der Mitte der Schnur fest zu halten. (* D. R. P. Nr. 3456 vom 7. April 1878.)

R.

Siemens und Halske's transportabler Morsetelegraph.

Um die Unbequemlichkeiten und Fehlerquellen zu beseitigen, welche mit der Einschaltung eines transportablen Telegraphenapparates verknüpft sind, ganz besonders, wenn derselbe Apparat bald in eine Arbeitsstromlinie, bald in eine Ruhestromlinie einzuschalten ist, haben Siemens und Halske in Berlin (* D. R. P. Nr. 7629 vom 13. April 1879) einen transportablen Morsetelegraph hergestellt, bei welchem durch eine einzige Hebelbewegung die Umschaltung des Empfängers für Ruhe- oder Arbeitsstrom, sowie die gleichzeitig nöthige Umwandlung der Lage und Arbeitsweise des Tasters und der Selbstauslösung bewirkt wird, während die sichere und fehlerfreie Einschaltung des Apparatsatzes in die Leitung durch einfache Kupplungen zu vollziehen ist.

Mittels des Hebels, der nach Bedarf auf A oder R (Arbeitsstrom, Ruhestrom) gestellt wird, dreht man eine isolirte kurze Welle, in welche eine Anzahl von Contactstücken eingelassen sind und je nach der Stellung der Welle durch drei auf diesen schleifenden Contactfedern mit den übrigen Apparattheilen und den Enden der Elektromagnetspulen in leitende Verbindung gesetzt werden.

Am Ende der Welle sitzt ferner ein Excenter, welches bei beabsichtigter Schaltung auf Arbeitsstrom einen kleinen, noch über dem Tasterhebel angebrachten Hilfshebel so weit niederdrückt, dass der Tasterhebel blos der Wirkung der zwischen Achse und Ruhecontact sich anheftenden Feder unterworfen ist, wie ein gewöhnlicher Morsetaster für Arbeitsstrom. Bei Stellung auf Ruhestrom dagegen lässt das Excenter den Hilfshebel frei und die an demselben sich anheftende Feder zieht ihn nun nicht nur mit dem anderen Ende auf den Tasterhebel nieder, sondern drückt, zufolge ihrer viel stärkeren Spannung, selbst den Tasterhebel auf den Arbeitscontact. nieder und befähigt ihn so zum Arbeiten mit (amerikanischem) Ruhestrom.

Ein zweites auf jener Welle angebrachtes Excenter verschiebt unter Mitwirkung eines Hebels und einer Spiralfeder eine Stange auf und nieder und stellt so mittels eines Hebels in der einen Lage der Welle das eine, in der andern das zweite Sperrhäkchen derart, dass dasselbe den Auslösungsstift der Selbstauslösung des Morse-Schreibapparates fangen kann und dann der Ankerhebel des Schreibapparates in dem einen Falle bei der Ankeranziehung, im andern beim Abfallen des Ankers das Laufwerk des Schreibapparates auslöst; ersteres ist bei Arbeitsstrombetrieb, letzteres bei Ruhestrombetrieb nöthig.

Zur Verbindung mit der Leitung endlich werden die schon in diesem Journal (1879 232 279) erwähnten Klammern, welche sowohl bei eindrähtigen wie zweidrähtigen Kabeln brauchbar sind und ein durch Sectoren gebildetes Maul besitzen, mit den Mäulern in einander gesteckt und durch Stifte mit einander verbunden, wobei mit der mechanischen Verbindung zugleich und selbstthätig, unter Vermittlung passend angebrachter Federn, auch die elektrischen Verbindungen hergestellt werden.

E–e.

Apparat zur Erzeugung hoher Wärmegrade.

Der Apparat von Hans Wegener in Weitendorf (D. R. P. Nr. 8829 vom 19. August 1879) besteht aus einem cylindrischen Kessel, in welchem der zu erhitzende Körper der Wirkung eines Knallgasgebläses unter Druck angesetzt wird. Der Druck wird durch wiederholte Explosionen kleiner Mengen Schiessbaumwolle hervorgebracht, welche in dem Kessel mittels einer durch einen elektrischen Strom glühend gemachten Platinspirale entzündet werden. Das Knallgas wird durch Zersetzung von Wasser mittels einer elektrischen Batterie erzeugt. Jedesmal, bevor man ein Stückchen Schiessbaumwolle verbrennt, schaltet man ein neues Element in die Batterie ein, so dass also der Druck in dem Cylinder und die Menge des Knallgases in gleichem Verhältniss wachsen.