Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

überhaupt seinen Sitz nicht verlässt, so lange die erlaubte Maximalgeschwindigkeit überschritten ist.

Diese Vorrichtung arbeitet selbstverständlich nur dann, wenn der Regulator wirksam ist; tritt derselbe jedoch durch Abfallen des Riemens oder einen Gestängebruch ausser Thätigkeit, so könnte die bis jetzt beschriebene Construction eine gefährliche Steigerung der Umdrehungszahl nicht verhindern. Darum wird noch ein weiteres, aus Fig. 2 ersichtliches Detail angebracht. Die zur Auslösung dienende Regulatorzugstange z erhält eine Schiene t angelenkt, welche in ihrem unteren Ende abgeschrägt und durch Frictionsrollen längs der verticalen Gleitfläche eines Winkelhebels r geführt wird, dessen horizontaler Arm durch eine Druckstange mit dem Winkelhebel p verbunden ist. Sinkt der Regulator unter die Minimalgeschwindigkeit, so bewegt die Schiene t den Hebel r nach dem Pfeile 3 und dadurch die Hebel p und q wie früher nach den Pfeilen 1 und 2, so dass auch hier wieder die Nullfüllung veranlasst wird.

Die Zugstange o, welche vom Hebel p zum Regulator führt, muss selbstverständlich nach oben frei beweglich sein, um dem Hebel p die erforderliche unabhängige Bewegung zu gestatten, und ferner ist die vom Hebel r zu p führende Druckstange durch einen steilen Schraubengang so weit zu verkürzen, um beim Angehen der Maschine die Auslösung seitens des Hebels r hintanzuhalten.

Die beschriebene Vorrichtung, welche in der Dampfmühle der Gebrüder Lange in Neumühlen seit längerer Zeit mit bestem Erfolg in Anwendung ist, hat ausser der damit erzielten Sicherheit gegen das Durchgehen der Maschine den weiteren Vortheil, eine Ueberbelastung unmöglich zu machen, da bei der dadurch bedingten geringen Tourenzahl sofort die Auslösung erfolgt. Ausserdem lässt sich durch ein einfaches Gestänge die Maschine von jeder beliebigen Stelle des Fabrikgebäudes abstellen, eine Einrichtung, die bei vorkommenden Unglücksfällen von allergrösster Bedeutung werden kann.

M.

Dreicylinder-Dampfmaschine.

Mit Abbildungen auf Tafel 10.

Die in den Fig. 4 bis 6 Taf. 10 abgebildete Dampfmaschine, Patent A. Behne und F. Siegel (* D. R. P. Nr. 4687 vom 1. September 1878), welche in Fig. 4 als feststehender Motor und in Fig. 5 und 6 als fahrbare Locomobilmaschine erscheint, trägt so recht den Stempel der Einfachheit.

Die drei vertical neben einander angeordneten, einfach wirkenden Dampfcylinder, sowie Kurbelwelle mit Treibstangen sind in einem gusseisernen