Text-Bild-Ansicht Band 236

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geschliffenen Kupplungshälften in einfachster Weise mittels einer diametral und unter entsprechendem Winkel zur Rohrachse gestellten Kopfschraube.

Differential-Nietmaschine von Karl Heinrich.

Mit Abbildungen auf Tafel 11.

Die grossen Vortheile der hydraulischen gegenüber der Hand-Nietung, welche einerseits in der Schnelligkeit, der ruhigen und durch vollkommenes Ausfüllen des Nietloches weit solideren, jedes Nachstemmen ersparenden Arbeit gipfeln, sind bereits derart praktisch erwiesen, dass es nur der noch ungenügenden Vollkommenheit der hierbei verwendeten Apparate zuzuschreiben ist, dass die Handnietung nicht schon grösstentheils verdrängt wurde.

Die bisher gebrauchten hydraulischen Nietvorrichtungen leiden hauptsächlich an folgenden Uebelständen: 1) Die verwendeten Gewichtsaccumulatoren geben für eine bestimmte Belastung nur Druckwasser von einer bestimmten Spannung, daher auch die Pressen nur einen bestimmten Druck ausüben, welcher, wenn er für schwächere Bleche zu gross ist, ein Verspannen derselben nach sich zieht und dadurch nöthigt, entweder den Accumulator verschieden zu belasten, was zeitraubend ist, oder Pressen verschiedenen Kalibers anzuwenden, was kostspielig ist. – 2) Der Presskolben muss wegen des nöthigen Operationsraumes stets einen grösseren Weg (Leerweg) machen, als zum thatsächlichen Pressen nöthig ist; dieser Leerweg wird bisher unter dem Einflüsse desselben Kolbenquerschnittes vollbracht, was eine Druckwasserverschwendung darstellt und grössere Pumpen wie Accumulatoren erfordert, somit die Anlage wie den Betrieb vertheuert.

Was den ersten erwähnten Nachtheil betrifft, wird dieser durch meinen Differentialaccumulator (* 1880 235 185), welcher Druckveränderungen ohne Aenderung des Belastungsgewichtes ermöglicht, beseitigt. Der zweite Nachtheil wird durch Verwendung von Differentialkolben verhütet derart, dass der Leergang des Hauptkolbens unter Einwirkung eines kleinen, somit Wasser sparenden Differentialquerschnittes erfolgt, während der Hauptkolben, im geeigneten Moment dem Druckwasser ausgesetzt, den Vollenddruck bewirkt. Natürlich muss hierbei jener Raum, welchen der grosse Kolben während seines Leerweges durchläuft, sich mit Wasser ohne Spannung selbstthätig füllen, damit das hinzutretende Druckwasser keinen Leerraum vorfindet, also sofort arbeitend wirken kann. Dies wird am zweckmässigsten dadurch erreicht, dass der grosse Kolben während des Leerweges saugend wirkt, wobei sich als Ansaugewasser am einfachsten das verbrauchte Accumulatorwasser