Text-Bild-Ansicht Band 236

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geschoben, welche cylindrisch abgedreht sind, daher der Querschnitt die Gestalt der Fig. 10 Taf. 13 besitzt. Auf der Verlängerung des Kernstückes befindet sich ein grösseres Handrad mit Schraubenmutter (Fig. 9), welche letztere mit flachem Gewinde versehen ist und über die drei Segmentstücke passt. Beim Drehen des grösseren Handrades wird sich letzteres zunächst gegen das kleinere Handrad drücken und bei weiterem Drehen die drei Segmentstücke auf dem Kernstücke verschieben, so dass also der Durchmesser verkleinert wird, z.B. bei 50mm horizontaler Verschiebung etwa um 0mm,5. Dies genügt, um jetzt die Welle etwa aus einer fertig gewickelten Papierrolle bequem herausnehmen oder um sie in eine solche behufs Aufspannung einstecken zu können. Das grössere Handrad wird im letzteren Falle nach der entgegengesetzten Richtung gedreht, die Welle wird im Durchmesser grösser und setzt sich in der Papierrolle fest. Die Schraubenmutter sowie eine aufgeschraubte Hülse am anderen Ende der Welle dienen zugleich als Lagerstellen.

Selbstverständlich muss, damit sich auch die Segmentstücke etwas zusammenschieben können, ein Spielraum zwischen den Segmenten unter einander sein; beim kleinsten Durchmesser liegen die Segmentstücke dicht an einander.

Gustav Horn's Rotations-Druckmaschine.

Mit einer Abbildung auf Tafel 13.

Die bereits erreichte staunenswerthe Leistungsfähigkeit der Rotationsdruckmaschinen, mit welchen im Durchschnitt stündlich 12000 bis 15000 Bogen auf beiden Seiten bedruckt werden können, spornt zu immer weiteren Versuchen an, die Leistung noch weiter zu erhöhen. Durch Vergrösserung der Arbeitsgeschwindigkeit ist dies kaum möglich; diese hat anscheinend bereits die obere Grenze erreicht. Es müssen also andere Wege aufgesucht werden.

Ein Amerikaner – wenn Referent nicht irrt, der bekannte Erbauer von Druckereimaschinen, Hoe – hat eine Rotationsdruckmaschine von doppelter Arbeitsbreite gebaut, auf deren Formcylindern zwei Sätze von Stereotypplatten Platz finden, die zwei neben einander laufende Papierbahnen bedrucken, wodurch natürlich die Lieferung in der Stunde ohne Erhöhung der Geschwindigkeit verdoppelt ist. Auf einem genialeren Wege sucht Gustav Hörn in Berlin (* D. R. P. Nr. 5979 vom 7. Januar 1879) dasselbe Ziel zu erreichen. Horn gibt der Maschine einfache Breite, legt aber jeden Formcylinder zwischen zwei Druckcylinder und führt zwei Papierbahnen so zu, dass jeder Formcylinder gleichzeitig an zwei im Durchmesser gegenüber liegenden Stellen druckt. Hiernach ist jeder Formcylinder auch mit zwei Farbwerken zu versehen.