Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

bei l und gelangen schliesslich durch Kanal x und Schieber 3 zum Schornstein.

Dieser Porzellanbrennofen unterscheidet sich von dem Glasschmelzofen desselben Erfinders (* 1879 232 526) im Wesentlichen dadurch, dass sich bei g in den Verbindungskanälen dd1 und ii1 Sandverchlüsse befinden, wodurch während des Abkühlens, Entleerens und Wiederfüllens die im Boden liegenden Regeneratoren vom Oberofen abgesperrt werden können, und dass zur Vertheilung der in den Ofen tretenden Flamme die Querkanäle e mit den Schlitzen h angebracht sind. Bei M befindet sich ferner ein Regenerator, ein länglich viereckiger Raum, welcher vorn mit Steinen, hinten mit Eisenstäben gitterförmig angefüllt ist und bei N durch Kanal y und Schlitze u mit dem Scheitel des Brennofens in Verbindung steht, durch Kanal n1 und Schieber 4 mit dem Schornstein. Ausserdem befinden sich am Fusse des Oberofens eine Anzahl Luftzuführungskanäle p.

Bei Inbetriebsetzung des Ofens muss derselbe zuerst durch directes Feuer zur Rothglut gebracht werden; dann beginnt die Gasfeuerung mit wechselnder Flamme; dabei sind Schornsteinschieber 1 und 2 geöffnet, 3 und 4 geschlossen. Die bei n eintretende Speiseluft gelangt durch Kanal y in den Wärmesammler M, von hier durch Kanal n2 und Ventil r zur Wechselklappe v1. Mit fortgesetzter Wechselflamme bringt man Oberofen und Regeneratoren auf die erforderliche Temperatur. Ist der Brand beendet, so werden die Regeneratoren durch Sandverschlüsse g vom Oberofen abgeschlossen; ferner schliesst man Schieber 1 und 2 und Ventil r. Zur Abkühlung des Oberofens wird der im Kanal y befindliche Sandverschluss m (Fig. 6) geöffnet, ferner Schieber 4 und die Kanäle p. Die eintrende Kühlluft geht stark erwärmt durch die Schlitze u und den Kanal y zum Wärmesammler M und entweicht durch Kanal n1 und Schieber 4 zum Schornstein. Nimmt der Wärmesammler keine Wärme mehr auf, so wird die Verbindung mit dem Oberofen durch Sandverschluss unterbrochen und Schieber 4 geschlossen. Ist der Ofen entleert und wieder gefüllt, so wird er mittels constanter Gasflammen angewärmt. Zu diesem Zweck werden die Sandverschlüsse im Kanal y geöffnet, die Wechselventile zur Mitte gestellt; durch die in den Regeneratoren und dem Wärmesammler aufgespeicherte Wärme soll dann Gas und Luft auf 400 bis 500° vorgewärmt werden. Die Luft tritt bei n in den Kanal y, sodann in den Wärmesammler M, erwärmt sich hier anfänglich auf 100 bis 150°, gelangt mit dieser Temperatur nach dem Luftwechsel v1 von wo sie dann ihren Weg durch die noch heissen Regeneratoren nimmt. Durch Einlassen von mehr oder weniger Gas und Luft hat man es leicht in der Gewalt, jede beliebige und gleichmässige Temperatur im Oberofen bis 600° zu erreichen. Ist die höhere Rothglut eingetreten, so stellt man die Wechselflamme ein.