Text-Bild-Ansicht Band 236

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Als Beispiele der in Amerika gebräuchlichen Töpferöfen mit directer Feuerung mögen nach Scientific American, 1879 Bd. 40 S. 256 die in Fig. 7 und 8 Taf. 15 dargestellten Oefen angeführt werden, welche beide keiner weiteren Beschreibung bedürfen.

Bei dem in England, namentlich in Dorsetshire und Devonshire gebräuchlichen Ofen zum Brennen von Thonpfeifen (Fig. 9 Taf. 15) umspült die von A aus gespeiste Flamme die etwa 2000 Pfeifen fassende Muffel C und entweicht durch den Schornstein D. Das Ein- und Aussetzen geschieht durch die Oeffnung E. Ueber die Herstellung der Thonpfeifen vgl. Scientific American, * 1879 Bd. 40 S. 82.

Einen Ofen mit absteigender Flamme zum Brennen von Thonwaaren hat H. Eisenecker in Altwasser, Schlesien (* D. R. P. Nr. 3334 vom 5. Februar 1878) angegeben. Fig. 10 bis 12 Taf. 15 zeigen einen alten Porzellanofen, welcher durch Einbauen der von links nach rechts schraffirten Theile zu einem Ofen mit absteigender Flamme umgeändert ist. Zunächst werden sogen. Feuerwächter M, M1 in halbrunder oder gerader Form vor der Feuerung im Ofen aufgestellt, welche die eintretende Flamme zwingen, nach aufwärts zu gehen. Dann wird ein mittlerer runder Abzugskanal k aus feuerfesten Ziegeln eingebaut, welcher oben aus Ofengewölbe fest anschliesst, dagegen unten schlitzförmige Oeffnungen s hat. Kleinere ringförmige Abzugskanäle l sind an der inneren Ofenwand, am besten in Nischen N, aufgestellt, schliessen ebenfalls oben aus Gewölbe und haben unter der Sohle Oeffnungen. Die Ofensohlen mit darunter liegenden hohlen Zwischenräumen werden hergestellt, indem man auf unregelmässig von einander entfernt aufgestellten Ziegeln eine flache Steinschicht fest an einander setzt, jedoch die Abzugsöffnungen v, r, s offen lässt. Die Abzugskanäle l gehen durch die zweite Ofensohle hindurch.

Die in den Ofenraum J tretende Flamme geht abwärts durch die Oeffnungen r und s, unter den Ofensohlen zwischen den locker gestellten Ziegeln hindurch nach den Abzugskanälen k und l, dann aufwärts durch l direct in den Ofenraum H und durch k unter die Ofensohle a, um durch die Offnungen t und v ebenfalls nach dem Ofenraum H zu gelangen. Von hier tritt die Flamme durch die Oeffnungen x und y in den Glühofen G und schliesslich durch die Oeffnungen w zum Schornstein, welche Oeffnungen mittels der Platten o von den Löchern p aus nach Bedarf theilweise bedeckt werden können.

Beim Einsetzen der Kapselstösse wird genau darauf geachtet, dass die Oeffnungen r und s frei bleiben, d.h. man baut aus Ziegelstücken um dieselben herum unter die Kapselstösse eine Art Dreifüsse, worauf die untersten Kapseln zu stehen kommen, um so dem Feuer freien Durchgang zu verschaffen; alle Kapselstösse werden dicht und fest an einander gesetzt und genügen die Zwischenräume, die sich durch die