Text-Bild-Ansicht Band 236

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wird der Libellenmassstab aufgesetzt, die Libelle zum Einspielen gebracht und an beiden Kreisen die Ablesungen gemacht. Dieser Apparat zur Aufnahme von Querprofilen hat manche Vorzüge vor anderen, welche denselben Zweck verfolgen.

R.

Mit Hartgummi überzogene Eisengeräthe für Gerbereien.

L. Peter in Frankfurt a. M. (D. R. P. Nr. 8532 vom 9. Mai 1879) giesst leichte, eiserne, zur Verstärkung mit Nerven (Rippen) versehene Platten oder Tafeln und überzieht diese mit Hartgummi, um daraus Gerbereigeräthschaften, wie Ausstreich- und Ausrecktafeln, Schabbäume u. dgl. herzustellen.

Spleissung isolirter Telegraphenleitungen.

Zum Umhüllen einer Verbindungsstelle in einer isolirten Telegraphenleitung hat E. Th. Truman in London (* D. R. P. Nr. 8897 vom 11. Mai 1879) eine kleine Vorrichtung angegeben, deren Einrichtung wesentlich darin besteht, dass die von der alten Isolirmasse entblösste Verbindungsstelle des Leiters in eine aus zwei auf einander zu legenden Hälften bestehende Röhre gelegt und mit dieser in eine zweitheilige Kammer eingeschlossen wird, in welche der entsprechend erhitzte Isolirstoff, womit die Verbindungsstelle überzogen werden soll, mittels einer durch die Hand des Arbeiters zu bewegenden Schraube oder eines Kolben eingepresst wird.

Schiebeck und Plentz's Telephon.

Schiebeck und Plentz in Berlin (* D. R. P. Nr. 8522 vom 13. April 1879) verwenden bei ihren verbesserten Bell'schen Telephonen ebenfalls einen Hufeisenmagnet (vgl. 1879 231 138), der seine beiden Pole der schwingenden Platte zukehrt; sie stellen aber den einen Polschuh dem Mittelpunkt der Platte gegenüber und formen den anderen zu einem den ersteren concentrisch umgebenden Ringe. In dem hohlen, im Querschnitt je nach der Gestalt der Polschuhe runden oder ovalen Raum zwischen den beiden Schuhen kommen die Windungen der Spule zu liegen. Das Mittelstück des Telephons bildet eine Blechhülse, in welcher das Hufeisen oben und unten durch Messingringe geführt ist, damit es bei seiner Einstellung gegen die Platte die centrale Lage im Innern der Hülse nicht verlässt. Die Hülse ist mit Schallöchern versehen, damit die Platte ihre Schallwirkung auch nach unten zu ausüben kann.

E–e.

Neue chemische Elemente.

Nach P. Cleve (Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 419) enthält Gadolinit 0,002 bis 0,003 Proc., Yttrotitanit 0,005 Proc. Scandium (vgl. 1879 232 282). Das Atomgewicht dieses neuen Elementes ist 45,12, das weisse unschmelzbare Oxyd hat die Formel Sc2O3.

Lecoq de Boisbaudran (Comptes rendus, * 1879 Bd. 89 S. 212 und 516) hat aus dem Samarskit durch fractionirte Fällung mit Ammoniak eine Substanz mit eigenthümlichem Absorptionsspectrum erhalten, welches für das Vorhandensein eines neuen Elementes spricht, das der Verfasser Samarium nennt.

In der Erbinerde vermuthet P. Cleve (Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 478 und 768) ausser Ytterbium (1879 231 473) noch zwei neue Elemente, welche er „Thulium“, dessen Atomgewicht bei 113 liegt, und „Holmium“, Ho, nennt, dessen Atomgewicht unter 108 ist, während das wahre Erbium ein solches von 110 bis 111 hat. Von anderer Seite (vgl. Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 516 und 521) werden diese Angaben bezweifelt.

A. Scacchi macht in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 250 Mittheilung über grüne und gelbe Inkrustationen, welche die Spalten der Vesuvlava d. J. 1631 bekleiden. Dieselben bilden Silicate, enthalten Kupfer und Blei und einen Körper, welchen Verfasser für neu hält und nach dem alten Namen des Vesuv als „Vesbium“ bezeichnet. Die geringen Mengen