Text-Bild-Ansicht Band 236

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Zweifel. Ein lose aufgelegter Riemen wird nicht vermöge des Luftdruckes die zu treibende Scheibe in Bewegung setzen. Vielmehr kann alle Tage beobachtet werden, dass die Maschinenwärter dem durch Erschlafftsein der Riemen verursachten Stillstande oder mangelhaften Betriebe der Scheiben durch heftiges Anspannen der Riemen abhelfen müssen. Es ist also dem Riemen im Ruhezustände eine Spannung t1 zu ertheilen, damit er bei der Bewegung eine Spannung T im führenden oder activen und eine Spannung t im geführten oder passsiven Riementrume annehme und zwar von den Intensitäten:

. . . . (4) und
, . . . . (5)

völlig dem bisher in Europa üblichen Berechnungsverfahren entsprechend. Anstatt aber zur Ermittlung von T aus t mit Hilfe des zwischen beiden gelegenen veränderlichen Werthes τ einfach die Formel:

. . . . (6)

zu benutzen, schreibt G. Schmidt (1879 231 406. 550)2) übereinstimmend mit Pinzger (* 1879 232 22):

, . . . . (7)

unter r den Radius der kleinsten der beiden Scheiben verstanden, und erhält hiermit durch Integration:

. . . . (8)

Da nun aus Festigkeitsrücksichten offenbar auch die Formel:

. . . . (9)

Gültigkeit haben muss, so ergeben sich für gewisse Annahmen von P, k, r, μ, α, δ und

die drei Unbekannten T, t und b aus den drei Gleichungen (4), (8) und (9). Insbesondere resultirt zur Bestimmung von b die Formel:

, . . . . (10)

und diese Formel würde an die Stelle der alten europäischen, nämlich (2), aber auch an die Stelle der amerikanischen Formel, nämlich (1) bezieh. (3), zu setzen sein.

Mit der Abkürzung:

. . . . (11)

lässt sich Formel (10) schreiben entweder:

. . . . (12)

oder:

. . . . (13)

2)

Vgl. auch Mittheilungen des Architekten- und Ingenieurvereines in Böhmen, 1879 S. 112.