Text-Bild-Ansicht Band 236

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Fig. 3 und 4 zeigen eine Anordnung für Winden; die Mittelschraube trägt noch einen beweglichen Kopf (Roll- oder Zapfenlager). Die Schrauben, Ringe u. dgl. sind dem Zweck und der Anforderung entsprechend aus Stahl gedreht, gehärtet oder von Hartguss gedacht.

Die Theorie ergibt aus der abgewickelten Schraubenlinie Fig. 5 Folgendes:

, wo h die Differenz der Steigungen der Mittel- und Rollschrauben für gleiche Peripherielänge bezeichnet; hieraus ist
.

Gesetzt, es solle die Mittelschraube eine entgegenstehende Last Q mittels Drehung am Hebelarm H überwinden, so ergibt sich, wenn P die drehende Kraft ist, für eine Umdrehung derselben: Weg der Kraft

, Weg der Last = h, demnach theoretisch
, oder nach Einsetzung des Werthes für h:

.

Die Hauptübersetzung liegt also in dem Unterschied

und folgt daraus, dass die Ganghöhe g, mithin die Stärke des Gewindeganges der Belastung entsprechend reichlich gewählt werden kann, ohne die Uebersetzung besonders zu beeinflussen.

Die Art der Reibung und deren Grösse ergibt sich aus nachfolgender Betrachtung: Die aus der Last Q resultirende, auf den Rollring E normal gerichtete Seitenkraft bewirkt daselbst nur rollende Reibung. Die zweite horizontale Seitenkraft presst die Schrauben zusammen und bewirkt bei deren Drehung ebenfalls nur rollende Reibung. Alle Druckpunkte treffen und verlassen sich freiwillig. Durch geeignete Construction der Querschnitte der Schraubengänge wird bei deren gegenseitigem Eingriff ebenfalls nur rollende Reibung entstehen.

Die Grösse der Gesammtabnutzung ist dem geringen Reibungscoefficienten entsprechend mässig und ergibt sich auch daraus ein bedeutenderer Nutzeffect gegenüber bisheriger Mechanismen. Einige der vielen praktischen Verwendungen, ausser für Winden noch für Lochpressen und Patronen-Drehbänke, sind in der Patentschrift näher abgebildet.

Pneumatischer Schmiedehammer mit Riemenbetrieb.

Mit Abbildungen auf Tafel 18.

Der von F. A. und M. Sturm in Solingen (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 7288 vom 1. April 1879) patentirte Hammer, welcher sich besonders zum Ausschmieden kleiner Schmiedestücke eignet, gehört zu derjenigen Art pneumatischer Hämmer, bei denen der Pumpencylinder und der Betriebscylinder des Hammers in directer Verbindung stehen und auf demselben Hammergerüst montirt sind (vgl. Grimshaw * 1866 179 7). Er unterscheidet sich jedoch von den bisher bekannten Constructionen wesentlich dadurch, dass jedem einfachen Hub der doppelt wirkenden Luftcompressionspumpe ein Schlag des Hammers oder ein Doppelhub des Hammerkolbens entspricht, wodurch die Betriebskraft gleichmässiger ausgenutzt wird. Die Steuerung des genau wie ein gewöhnlicher