Text-Bild-Ansicht Band 236

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Substanz gebracht und durch leichtes Aufklopfen für möglichst gleichmässige Schichtung gesorgt. Dann giesst man das Extractionsmittel (Aether, Schwefelkohlenstoff o. dgl.) oben darauf und beobachtet, ob die Lösung rasch und klar hindurchfiltrirt. Wenn der Wergpfropfen zu fest gewickelt oder zu stark in den ausgezogenen Theil des äusseren Rohres eingepresst war, dann geht das Filtriren nur langsam vor sich. Es gelingt jedoch sehr leicht, das richtige Mass im Wickeln und Einsetzen zu treffen. Das klare Filtrat tropft nun in den Kolben c, der sich im Wasserbade befindet. Beim Erwärmen entweichen die Aetherdämpfe durch das innere Rohr b, verdichten sich theils schon im äusseren Rohr a, theils im darüber befindlichen Rückflusskühler und tropfen auf die zu extrahirende Substanz; schliesslich gelangt das Extract durch den Filterpfropfen in den Kolben c.

Mittels des beschriebenen Apparates gelingt es, 30 bis 50g Oelkuchen in 1½ bis 2 Stunden vollkommen quantitativ zu extrahiren. Mit besonderem Vortheil lässt sich diese Anordnung des Apparates auch zur Darstellung von Präparaten verwenden, da ja die Anwendung noch grösserer Mengen Substanz lediglich von der Grösse des Extractionsrohres abhängt. So wurden z.B. mit einem derartigen Apparat im hiesigen Laboratorium Wachs, palmitinsaures Kali, Oxydationsproducte der Fette und ähnliche Substanzen in Mengen von 500 bis 800g auf einmal in kurzer Zeit vollkommen extrahirt.

In Fabriken, in denen zu Controlzwecken täglich eine bestimmte Zahl von Extractionsbestimmungen gemacht werden muss, ist es zeit- und platzraubend, auf die gewöhnliche Weise zu verfahren, da man für jede einzelne Bestimmung einen besonderen Kühler sowohl beim Extrahiren, als beim darauffolgenden Abdestilliren des Extractionsmittels anwenden muss. Für eine Oelfabrik, in der täglich je nach den Umständen 6 bis 12 Fettbestimmungen gemacht werden müssen, habe ich folgenden Apparat construirt, der es ermöglicht, mit ein und demselben Kühler 6 Extractionsröhren zugleich zu bedienen und ebenso mit dem gleichen Kühler alle 6 Portionen nach vollendeter Extraction auf einmal abzudestilliren.

Im gemeinschaftlichen Wasserbade a (Fig. 21 Taf. 21) befinden sich 6 Extractionsröhren R der oben beschriebenen Art mit den darunter hängenden Kolben. Durch den durchbohrten Kork am oberen Ende eines jeden Rohres geht ein aufwärts gebogenes Stück Zinnrohr; alle 6 Zinnröhren vereinigen sich im Boden der Hülse c, die sich nach oben zur Kühlschlange verengt. Die Zinnröhren sind umgeben von dem mit Zufluss und Abfluss versehenen Kühlgefäss b, so dass die Aetherdämpfe sofort nach dem Verlassen des Extractionsrohres abgekühlt und verdichtet werden. An die Hülse c ist das Kühlgefäss d, in welchem sich das mit sämmtlichen Zinnröhren verbundene Schlangenrohr befindet, in der Weise angeschraubt, dass Kühlgefäss und Schlangenrohr