Text-Bild-Ansicht Band 236

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gegen jene Methode sich nothwendigerweise auch auf den Weldon-Schlamm beziehen müssen, denn in diesem sind Chloride in Menge vorhanden und bei der Analyse wird sehr viel freie Schwefelsäure zugesetzt. Post gibt jetzt zu, dass trotzdem das Verfahren für diesen Schlamm genau ist, will aber eine Ungenauigkeit von 10 Procent des ganzen Betrages bei der Analyse seiner Producte gefunden haben, weil er nach jener Fussnote „gezwungen“ war, bei Gegenwart von relativ sehr grossen Mengen Salzsäure, in starker Concentration und bei hoher Temperatur zu arbeiten, indem das Mangandioxyd sich sonst nicht löste. Wer aber zwang ihn denn, nach erfolgter Lösung die Flüssigkeit noch heiss und concentrirt mit Chamäleon zu titriren, statt sie, nach allgemeiner Regel, vorher mit kaltem Wasser zu verdünnen? Dann hätte er, wie meine Versuche zeigen, bei richtigem Arbeiten völlig genaue Resultate bekommen müssen.

Post lässt in seinem letzten Aufsatze alle Schlüsse aus den völlig ausgewaschenen Schlammproben bei Seite und beschränkt sich auf die beiden Analysen von „wenig gewaschenem“ und gar nicht gewaschenem Schlamme. Letztere spricht ganz und gar gegen seine eigene Theorie, wie ich nachgewiesen habe; denn sie zeigt viel mehr „Basis“, als die Formel RO,2MnO2 verlangt. Allerdings ist diese Basis grösstentheils als MnO, nicht als CaO vorhanden; aber es hat ja auch vor ihm noch kein Mensch behauptet, dass das R in obiger Formel identisch mit Ca sei; vielmehr kann es ebenso gut Mn, Mg oder Fe sein und ist ganz regelmässig aus allen diesen Metallen zusammengesetzt. Dies hat auch Post früher ganz gut gewusst, denn er hat die übrigen Analysen in dieser Weise berechnet; nur bei der einzig massgebenden, der von nicht gewaschenem Schlamme, fehlt diese Berechnung, welche das Gregentheil seines Standpunktes erweisen würde, und dies bleibt immer sehr merkwürdig. Mit einem Male stellt Post die Sache jetzt so hin, als müsse man erweisen, dass dem Weldon – Schlamme nicht die Formel CaO,2MnO2 zukomme, wonach also nur sein Kalk-Gehalt in Betracht käme. Dies ist aber nicht nur ein Einstossen von offenen Thüren, sondern muss gradezu als eine Verdunklung des Thatbestandes hingestellt werden. Auf derselben Linie steht auch der Versuch, meine eigene Analyse gegen mich zu wenden. Freilich muss Post dabei die Magnesia ganz ausser Betracht lassen; aber dies wird ihm eben Niemand gestatten. Entweder ist das Mg als MgCl2 vorhanden, – dann ist eine entsprechende Menge Ca für Manganit verfügbar, oder die Magnesia bildet selbst, mit MnO, die Basis des Manganits. Wenn Post so etwas nicht zugeben will, so scheint mir jede weitere Discussion mit ihm unerspriesslich.

Es bleibt also nur noch ein Schlamm übrig, welchen Post als „wenig gewaschen“ auch noch für völlig massgebend ansieht. Auf dieser einen Analyse beruht also schliesslich der Widerspruch Post's