Text-Bild-Ansicht Band 236

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Gegenbemerkungen zu obiger Abhandlung des Hrn. Lunge; von Jul. Post.

Auf vorstehende Erwiederung des Hrn. Lunge muss ich, ohne mir den von demselben gewählten Ton anzueignen, kurz Folgendes bemerken:

1) Ich ersuchte Hrn. Lunge, mit dem ich seit länger im brieflichen Verkehr stand, vor Veröffentlichung des Ergebnisses der in Frage stehenden Untersuchungen um seine Ansicht darüber.3)Hr. Lunge glaubte, ich hätte durch das anhaltende Auswaschen der Proben den Kalk aus der Verbindung herausgedrängt. Da die in Folge dessen vorgenommenen Analysen mit nicht oder wenig gewaschenem Schlamm bezüglich des Kalkgehaltes zu demselben Resultate führten, so war Lunge's Einwand damit beseitigt.

2) Ich habe nie, weder öffentlich noch privatim, die Anwendbarkeit der Eisenoxydulsulfat-Chamäleon-Methode zur Untersuchung des Weldon-Schlammes im Fabrikbetriebe beanstandet. Für meine synthetischen Versuche handelte es sich nur darum, ob sie (für meinen besonderen Zweck) bequemer und rascher zum Ziele führe als die Bunsen'sche. Eine Verdünnung u.s.w., wie sie zur Steigerung der Genauigkeit einerseits förderlich gewesen wäre, hätte andererseits in Folge der sehr grossen Menge von Flüssigkeit u.s.w. Fehlerquellen erschlossen und Umstände verursacht. Aber was nutzt diese Erörterung, da ich ja bei keiner meiner Analysen die Methode angewendet habe.

3) Nur um einem Einwände vorzubeugen, ich redete von Proben, die mit der 5000 fachen Menge Wasser ausgewaschen seien, habe ich bei meiner Entgegnung ausschliesslich solche besprochen, bei denen dies ausgeschlossen. Meine Schlüsse gelten natürlich ebenso gut für jene. Von jeder Probe sind mindestens 2 Analysen beigebracht.

4) Ich weiss nicht, wie man die Anwendbarkeit einer Trennungsmethode, über welche die Ansichten getheilt sind, anders prüfen kann, als ich es experimentell gethan. Uebrigens geben ja auch die Gegner der Trennung mit Brom zu, dass durch wiederholte Fällung, d.h. durch Schaffung von Verhältnissen, wie ich sie von vorn herein hatte – viel Mangan, sehr wenig Kalk –, der Fehler corrigirt werde.

5) Sollte ich das Verhältniss von MnO2 zur „Basis“ so darstellen, dass es sich mit dem, welches durch die Fabrikanalyse gefunden sein würde, vergleichen liess, so musste ich natürlich die Carbonate und das Eisen als „Basis“ rechnen und so zu einem anderen Ergebnisse kommen, als wenn ich eine correcte Analyse zu Grunde legte und das Eisenoxyd unverbunden annahm. Von der Auswahl einer Analyse für diesen Zweck kann, da nur zwei in Frage kommen und diese beiden befriedigend unter einander stimmen, nicht wohl die Rede sein. – Uebrigens, wie schon hervorgehoben, das Verhältniss von MnO2 zu

3)

Ich vermuthe, dass sich hierauf Lunge's Andeutungen beziehen.