Text-Bild-Ansicht Band 236

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„Basis“ erschien mir für die vorliegende Frage von ganz untergeordneter Bedeutung, da doch niemals daraus allein auf das Vorhandensein einer chemischen Verbindung geschlossen werden kann. Lunge selbst glaubt nicht, dass die Magnesia mit dem MnO2 verbunden sei (vgl. 1875 215 140); nach seiner Entgegnung ist er freilich inzwischen hierin wie auch in anderen in Betracht kommenden Punkten zu einer wesentlich modificirten Ansicht gelangt. Die hauptsächliche und entscheidende Frage bleibt meines Erachtens: wo ist der als „Ueberschuss“ zugesetzte Kalk geblieben; auch Hr. Lunge fand, selbst wenn man alles Magnesium an Chlor gebunden annimmt, nur wenige Procente Kalk im Schlamme.

Ich glaube, dass die übrigen Einwendungen Lunge's bei genauerem Vergleich mit meiner Entgegnung fortfallen werden. Da ich übrigens Erörterungen wie die zwischen Lunge und mir eben gepflogenen vor Abschluss meiner Untersuchung für unfruchtbar halte, so schliesse ich dieselben meinerseits bis zu jenem Zeitpunkte hiermit ab.

Göttingen, 25. März 1880.

Schlusswort über den Weldon-Schlamm; von G. Lunge.

Ganz einverstanden mit Hrn. Post, dass weitere Erörterungen zwischen uns unfruchtbar sind, darum hauptsächlich, weil ich dieselben Argumente stets von neuem wiederholen müsste, will ich mir nur erlauben, meinerseits mit folgenden Bemerkungen abzuschliessen, und überlasse im Uebrigen dem Leser selbst die Beurtheilung des Werthes von Post's neuesten Aeusserungen.

Der Ausgangspunkt unseres Streites war einfach der, dass, wenn Post's Untersuchungen über den Weldon – Schlamm richtig waren, die für dessen Untersuchung in den Fabriken gebrauchten Methoden falsch sein mussten. Dass Post selbst dies nicht behauptet hat, wie er wiederholt betont, ist unerheblich; andere Chemiker zogen diese logische Folgerung aus seinen Untersuchungen, und ich hielt es nicht nur für mein Recht, sondern für meine Pflicht, die Sache zu untersuchen. Dabei bin ich Post auch keinen Schritt weiter zu nah getreten, als es der unmittelbare Zweck, die Controle der analytischen Methoden, erforderte, und der Ton der betreffenden Arbeit konnte gewiss nicht rücksichtsvoller und sachlicher sein. Dass der Ton meiner Abwehr auf Post's darauf folgenden Angriff ein schärferer wurde, liegt in der Sache.

Post stellt unsere Privatcorrespondenz so hin, als hätte ich im Wesentlichen seine Arbeit gebilligt und nur eine Einwendung wegen des Auswaschens des Schlammes gemacht. Hiergegen muss ich, wie schon früher, entschieden Verwahrung einlegen. Ob übrigens Post wirklich, wie er meint, jenen Einwand beseitigt hat, wird der Leser beurtheilen können.