Text-Bild-Ansicht Band 236

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Elektrische Sonne.

Vor einiger Zeit hat Lontin in der Industrieausstellung in den Champs Elysées in Paris ein aus 4 Voltaischen Bögen gebildetes elektrisches Licht in Form eines vollen Kreises gezeigt. Dasselbe wurde mit Hilfe von 4 Kohlenstäben erzeugt, welche radial gestellt waren, sich aber natürlich in der Mitte nicht berührten. Die zwei einander gegenüber liegenden Stäbe wurden an denselben Pol der Lichtquelle gelegt, so dass sich von jeder Kohle zu deren beiden Nachbarn ein Lichtbogen bildete. Diese 4 Lichtbögen vereinigten sich zu einem vollen Kreise und lieferten ein Licht von ausserordentlicher Helligkeit.

Dauer der Guttapercha.

In einem vor der Society of Arts gehaltenen Vortrage hat W. H. Preece folgende Angaben über die Dauer der Guttapercha gemacht: Der Luft ausgesetzt und in Tunneln aufgehängt, scheint sie sich 10 Jahre zu halten; in unseren Eisenröhren, unter dem Einflüsse der Temperatur- und Feuchtigkeitswechsel in denselben hat sie anscheinend eine Dauer von 20 Jahren; in der See, wo sie einer stets gleichen Temperatur und gleichen Verhältnissen unterworfen ist, scheint sie eine unbegrenzte Dauer zu haben. Einer der letzten an mit Guttapercha bedeckten Drähten beobachteten Mängel besteht darin, dass sie an manchen Stellen allmählich verzehrt wird, ähnlich wie nackte Drähte an der Luft vom Rost zerfressen werden; dies geschieht aber nur an gewissen Orten, z.B. in gewissen Theilen des Landes, North Wales, Dublin, Kent. Ueberall da, wo man diese Erscheinung beobachtet hat, da hat man auch Schwärme eines sehr kleinen, weissen Insektes, der Templetonia crystallina, gefunden, welche zur Gattung Erdfloh (spring-tail) gehört. Dieses Insekt scheint die Guttapercha sehr zu lieben und hält sich nicht mehr beim Drahte auf, wenn es die Guttapercha weggefressen hat.

E–e.

Transportgefäss für Pulver.

Zum Aufbewahren und Transport von Schiesspulver u. dgl. empfiehlt E. Ritter in Ehrenfeld bei Köln (* D. R. P. Kl. 81 Nr. 8907 vom 1. Mai 1879) gelöthete Blechgefässe, welche ein Gefäss aus Papiermasse eng umschliessen.

Herstellung von Filterplatten aus Infusorienerde und Gyps.

Nach G. W. Reye und Söhne in Hamburg (D. R. P. Kl. 12 Nr. 9094 vom 30. August 1879) wird 1 G.-Th. Gyps mit 3 G.-Th. Infusorienerde und Wasser zu einem Teig angemacht, aus welchem die Filterplatten geformt werden. Diese können nach dem Gebrauch durch Abwaschen oder Ausglühen gereinigt werden. Mit Carbolsäure getränkt, sollen sich die Platten auch für Desinfectionszwecke eignen.

Tanningehalt der Sumachblätter.

H. Macagno (Chemical News, 1880 Bd. 41 S. 63) hat durch Titration mit Kaliumpermanganat den Gerbsäuregehalt der Sumachblätter zu verschiedenen Zeiten ihres Wachsthums bestimmt. Danach enthielten dieselben an dem oberen (I) und unteren (II) Theile der Zweige:


Im J. 1879
Wasser Tannin Mittel
I II I II Wasser Tannin
10. Juni 58,15 60,23 24,93 17,45 59,19 21,19
16. „ 57,12 63,40 24,92 16,11 60,30 20,51
27. „ 52,47 63,44 25,82 15,27 57,95 20,54
14. Juli 51,15 62,24 24,75 10,81 56,69 17,78
29. „ 49,80 60,33 23,80 9,44 55,06 16,62
11. August 48,15 61,80 21,91 8,77 54,97 15,34

Der Tanningehalt der Sumachblätter nimmt also mit dem Wachsthum und Alter ab.