Text-Bild-Ansicht Band 236

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des Ventiles geschieht mit dem geringsten Kraftaufwande und der Dampfabschluss ist ausserordentlich präcis. Diese Eigenschaften haben jedenfalls den Erfinder des Apparates für die Anwendung eines Doppelsitzventiles bestimmt, welches den Dampfzutritt zur Maschine regulirt.

Die Hebung des Ventiles (Fig. 1) erfolgt für jeden Kolbenhub durch den Steuerapparat vermöge einer durch die Stopfbüchse heraustretenden Stange, deren oberes Ende durch einen Luftcylinder geführt und innerhalb desselben mit einem Luftkolben versehen ist, um bei schnellem Fall des Ventiles ein weiches Aufsitzen zu erzielen. Den schnellen und präcisen Schluss bewirken (ausser dem Dampfdruck und dem Eigengewicht des Ventiles) zwei unter die Gleitstücke C gepresste Spiralfedern, welche während der Hebung des Ventiles gespannt werden und in Folge der Hebel Verbindung M, einerseits mit den Gleitstücken, andererseits mit der geschlitzten Ventilstange, das Bestreben haben, das Ventil zu schliessen. Die Hebel m erhalten in etwas mehr als ein Drittel ihrer Länge, von der Ventilstange aus gemessen, ihre Unterstützung durch zwei am Luftcylinder angebolzte Hängeeisen.

Die Steuerung des Expansionsventiles erfolgt, wie schon erwähnt, durch den sogen, äusseren Steuerapparat, welchem der Erfinder den Kamen „Corlissmechanismus“ beilegt, in seiner Wesenheit aber auch an die M. A. Starke'sche Präcisionssteuerung (vgl. * D. R. P. Kl. 14 Nr. 3529 und 4242 vom 13. April 1878) erinnert.

Die Gleitstücke C erhalten ihre Führung auf den beiden diametral gegenüber angeordneten senkrechten Stangen B, die ebenfalls verschiebbar und in dem am Ventilgehäusedeckel angegossenen Ständer geführt sind. Auf diesen Stangen sitzen noch die Nüsse D, welche zwei herabhängende Auslösungshebel E drehbar tragen; letztere werden mit ihrem oberen etwas aufgebogenen Ende durch Blattfedern gegen einen im Deckel des Luftcylinders stangenartig geführten Stellkeil K gedrückt, während der untere mit Stahlplatten armirte Theil der Klinken E in Nuthen der Gleitstücke C geführt wird. Wie aus der Zeichnung erhellt, bewirken diese Klinken die Auslösung der Steuerung und stossen zu diesem Zweck abwechselnd mit ihren Anlagebacken so lange gegen die ebenfalls mit Stahlplatten versehenen Angriffsflächen der Gleitstücke C, bis sie bei Bewegung des Hebels A und Abwärtsbewegung der Stangen B den Stellkeil K zur Auslösung zwingt. Die gespannten Spiralfedern werden dann zum Theil entlastet und schliessen das Ventil. Die wechselnde Abwärtsbewegung der Stangen B ist durch die pendelnde Bewegung des Hebels A um seine Mittellage bedingt; derselbe greift mit seinen beiden Köpfen a, a1 in die mit Stahlplatten ausgelegten Schlitze der Stangen B und bringt bei jedem Kolbenhub eine der Klinken E zur Wirkung.

Die Höhenlage des Keiles K bedingt die Füllungsdauer und ist beim Gang der Maschine von dem gleich am Apparat befindlichen