Text-Bild-Ansicht Band 236

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Tasten, welche rechts auf dem Brette angeordnet sind, die mit 57 bezeichnete niederzudrücken; das Ertönen der Klingel zeigt, dass die Temperatur über 57° steht, demnach zwischen 57 und 58°.

Der Platindrath, welcher bei 64° in der Scale eingeschmolzen ist, ist nicht mit einer Taste d, sondern direct mit dem Draht e verbunden. Die Leitung ist also hier nur einmal und zwar in der Thermometerröhre unterbrochen. Steigt das Quecksilber bis zur Maximaltemperatur (im vorliegenden Fall ist 64° dafür angenommen worden), so geht der Strom vom Element g über die Klemme k durch die Quecksilbersäule des Thermometers a, den Platindraht 64 und seine Leitung, Draht e und Elektromagnet f. Dieser löst wieder den Winkelhebel h aus, worauf der durch ein beliebiges Uhrwerk getriebene Klingelapparat so lange arbeitet, bis die Temperatur der oberen Grenze wieder gesunken ist. Die Maximaltemperatur zeigt sich also stets selbstthätig an, und die gleiche Anzeige einer Minimaltemperatur lässt sich durch ähnliche Anordnung erreichen.

Telethermometer. Um die Temperaturen auf grössere Entfernungen hin zu ermitteln, verbindet J. Salleron (Bulletin de Mulhouse, 1879 S. 593) die Thermometerkugel durch ein beliebig langes kupfernes oder eisernes Capillarrohr mit dem aus Glas hergestellten Beobachtungsrohr. Neben dieser Capillarrohre liegt eine völlig gleiche mit derselben Flüssigkeit gefüllte, welche wie die erste in ein eingetheiltes Glasrohr endigt, aber nicht mit einer Thermometerkugel verbunden ist. Der Unterschied der Angaben beider Flüssigkeitssäulen entspricht somit derjenigen der Kugel, welche der zu messenden Temperatur ausgesetzt ist, gibt daher diese selbst an, nach Scheurer mit einer Sicherheit von 0,5°.

Bei seinem verbesserten Drehthermometer (* 1879 233 121) hat F. Kuntze in Leipzig (* D. R. P. Kl. 42 Zusatz Nr. 7473 vom 4. April 1879) die Hohlräume der beiden Glaskungeln A und B (Fig. 3 bis 8 Taf. 30) von denen A geschlossen, B aber mit der äusseren Luft in Verbindung steht, durch die Glasröhre C verbunden. Diese Röhre ist derartig gebogen, dass sie in der Mitte des Abstandes mit Schneiden versehen werden kann, deren scharfe Kante bei der mittleren Stellung des Instrumentes mit der Mittellinie aus A in eine Horizontalebene fällt, wogegen der Nullpunkt von B um einige Millimeter höher liegt. Die Schneiden s werden durch die gegenüber liegenden Arme a und b (Fig. 7) eines kreuzförmigen Körpers gebildet, dessen andere Arme c und d (Fig. 8) sattelförmig auf das Glasrohr aufgesetzt und mit diesem mittels Bügelschrauben und Deckel fest verbunden sind. Vermöge dieser Schneiden kann das Rohr C mit Zubehör in den Pfannen m und n (Fig. 3) des gegabelten Stativs D wie ein Wagebalken spielen, wobei die die Schneidenrücken umspannenden Bügel f und g ein