Text-Bild-Ansicht Band 236

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Bei dem in Fig. 20 Taf. 30 dargestellten Differentialpyrometer von F. Graf von Saintignon in Longwy, Frankreich (* D. R. P. Kl. 42 Nr. 5731 vom 22. October 1878) fliesst durch das Rohr a mit Hahn b ein gleichmässiger Strom Wasser zu, dessen Temperatur durch das Thermometer t bestimmt wird. Derselbe geht dann durch das im Ofen O liegende Kupfer- oder Porzellanrohr d, von hier durch das Rohr e zum Thermometer T und durch das Rohr f nach dem offenen Manometer m, um schliesslich durch den Hahn n wieder abzulaufen. Die Temperatur des Ofens wird aus der Wärmeaufnahme des Wassers berechnet, wie sie von den beiden Thermometern angezeigt wird.

Das Pyrometer von K. Möller in Kupferhammer bei Brackwede (* D. R. P. Kl. 42 Nr. 5882 vom 28. November 1878) besteht im Wesentlichen aus einem kleinen Kessel A und dem Halse B (Fig. 21 und 22 Taf. 30), welcher diesen mit dem Zuleitungsrohre C und dem Ableitungsrohre D verbindet. Diese Theile sind aus dünnem Kupferblech hergestellt; der Kessel A ist aussen vergoldet. Der Hals besteht aus zwei concentrischen Röhren, von denen die äussere cylindrisch, die innere, wie der Querschnitt Fig. 22 zeigt, cannellirt ist, unten aber cylindrisch ausläuft und hier die Kugel eines Thermometers E umschliesst, dessen Glasrohr durch das cannellirte Kupferrohr nach oben geht. Beim Gebrauche wird der untere Theil des Apparates der zu messenden Temperatur ausgesetzt, durch das Rohr C aber Wasser eingeführt, dessen Temperatur an dem Thermometer F abgelesen wird. Das Wasser fliesst zwischen dem cannellirten inneren und äusseren Rohr des Halses nach unten, wird an den Wandungen des Kessels erwärmt, steigt im inneren Rohre, welches das Thermometer enthält, wieder nach oben und fliesst durch das Rohr D ab. Die Temperatur wird aus der durch die beiden Thermometer E und F bestimmten Wärmezunahme des durchfliessenden Wassers auf Grund vorheriger Versuche berechnet.

Da es wohl kaum ein Wasser gibt, welches nicht wenigstens Spuren eines Niederschlages absetzt, der aber, wie auch jede noch so geringe Oxydschicht oder Russablagerung, die Wärmeübertragung beeinflusst, da es ferner noch zweifelhaft ist, ob der Wärmeübergang der äusseren Temperatur proportional ist, so wird man derartige Temperaturbestimmungen nur mit Vorsicht aufnehmen dürfen.

Nach dem Zusatzpatent * Nr. 7511 vom 20. Mai 1879 soll die heisse Ofenluft in einem Rohre aufsteigen, welches von dem herunterfliessenden Wasser umgeben ist. – Die Angabe, dass die Temperatur aus dem Wärmeunterschied des ein- und austretenden Wassers und der Menge der aus dem Rohr entweichenden Gase zu berechnen ist, also ähnlich wie Linde (1879 232 339) für Dampfkessel vorgeschlagen, ist nicht richtig.

F.