Text-Bild-Ansicht Band 236

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anstellte. In der Nacht vom 23. zum 24. Februar wurden dann auf der Buschtehrader Bahnbetriebslinie Prag-Komotau (124km,4), unter Ausschaltung der Zwischenstationen, in Prag und in Komotau ein Morse-Stiftschreiber und ein Taster in der gewöhnlichen Endstations-Schaltung auf Arbeitsstrom ohne eigene Zeichen anstatt mit einer Batterie mit einem mit der Hand zu drehenden Inductor verbunden; dabei ging das Telegraphiren vortrefflich von Statten und es hätte gar nicht der Ausschaltung der eigenen Morse bedurft. Für Feldtelegraphen glaubt Kohlfürst die Schaltung einer durch ein Triebwerk bewegten magneto-elektrischen Maschine auf Stromverstärkung empfehlen zu sollen, indem zwischen Achse und Arbeitscontact des Tasters ein dem Linienwiderstande gleichender, durch den niedergedrückten Tasterhebel kurz zu schliessender Widerstand eingeschaltet wird. In ständigen Stationen könnte das Werk durch ein Gewicht getrieben werden, bei solchen, welche öfters ihren Ort wechseln müssen, durch eine Feder. Wo zwischen dem Anlassen des Triebwerkes und der Benutzung des Stromes nicht eine gewisse Zeit liegen dürfe, möchten Magnet-Inductoren zweckmässiger sein als Dynamo-Inductoren. In grossen Telegraphenämtern könnten vielleicht die Localströme für sämmtliche Morse von einer einzigen Dynamomaschine bei Parallelschaltung geliefert und hierbei ein Strom von minder schwankender Stärke erlangt werden, wenn auch an der Ruhestellschraube des Relais der Ankerhebel den Lokalstrom durch einen dem Morse entsprechenden Widerstand schlösse.

Es wird alsdann an verwandte Versuche erinnert, welche i. J. 1859 von Wien aus auf den Linien Wien-Prag und Wien-Prag-Berlin unter Translation in Prag ebenfalls mit befriedigendem Verlauf ausgeführt worden sind.

Das Telegraphic Journal, 1880 Bd. 8 S. 71 knüpft an die Wiedergabe des Inhaltes jenes Artikels des Scientific American die Bemerkung, dass H. Wilde i. J. 1878 ein Patent auf die Verwendung von Dynamomaschinen für telegraphische Zwecke genommen habe, und dass im Athenaeum berichtet worden sei, dass nach den Versuchen, welche L. Schwendler in Indien im Herbst v. J. angestellt habe, der Strom einer Dynamomaschine in jeder Beziehung für telegraphische Zwecke besser sei als ein galvanischer. Bei diesen Versuchen habe u.a. von einem zur Erzeugung eines kräftigen elektrischen Lichtes verwendeten Strome ein etwa 0,004 desselben betragender Theil für Signalzwecke abgezweigt werden können, ohne dass eine Schwächung des Lichtes bemerkbar gewesen sei.

Schliesslich sei einer in der Society of Telegraph Engineers am 11. Februar d. J. vorgelesenen Abhandlung von A. Eden über diesen Gegenstand gedacht, welche Gelegenheit geboten hat, auf ältere Versuche von Varley (1865) und Culley (1872) hinzuweisen, während in Frankreich schon i. J. 1866 Bouchotte einen auf die Verwendung von Inductoren gerichteten Vorschlag gemacht hat und die Agence Havas in der Pariser Börse seit einigen Jahren ihre Telegraphen mit Gramme'schen Maschinen betreibt.

Ueber Wassermesser.

Mit Abbildungen.

(Fortsetzung der Uebersicht S. 253 dieses Bandes.)

132) W. E. Gedge beschreibt in der Patentspecification vom 20. April 1869 Kr. 1209 einen von A. Ch. Barre erfundenen Wassermesser, bei welchem das Wasser einen kreisförmigen Kanal zu durchfliessen hat und dabei ein Rad mit Holz- oder Korkflügeln mitnimmt, welches zwei Magnete trägt. Bei der Umdrehung dieses Rades und der Magnete wird ein ausserhalb des Kanales Hegender, um die Achse des Apparates drehbarer Stab von weichem Eisen in Umdrehung versetzt, der das Zählwerk treibt. Der Apparat selbst muss aus unmagnetischem Material, Kupfer oder Messing, sein. (Vgl. auch Whitehouse * 1877 225 446 Nr. 52.)