Text-Bild-Ansicht Band 236

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Pyrometer von Siemens (1877 225 463) bestimmt. Unter Benutzung dieser Temperaturen konnte übrigens mit der Linde'schen Formel kein brauchbares Resultat erzielt werden (vgl. 1879 232 339), so dass die Rauchgasmengen lediglich auf Grund der chemischen Analyse berechnet wurden.

Vor Beginn eines jeden Versuches wurde geheizt, bis nach 2 bis 4 Stunden die Anlage in allen ihren Theilen den Beharrungszustand erreicht hatte und die Calorimeter eine nahezu constante Temperatur zeigten. Von Zeit zu Zeit wurden aus dem Rauchkanal Gasproben auf ihren Kohlensäuregehalt untersucht und danach der Rauchschieber so lange gestellt, bis der beabsichtigte Kohlensäuregehalt erreicht war. Nun wurden die auf dem Rost liegenden glühenden Kohlen in einen tarirten eisernen Kasten gebracht, gewogen, wieder auf den Rost gegeben und von da ab die Menge des aufgeworfenen Brennmaterials genau bestimmt. Die am Schluss des Versuches noch vorhandenen glühenden Kohlen wurden zurückgewogen.

Als Beispiel der Berechnungen möge folgender Versuch mit Ruhrkohlen angeführt werden. Bei 0qm,4 eines grobspaltigen Planrostes, einer Kohlenschicht von 20cm, welche alle 10 Minuten ergänzt wurde, ergaben sich innerhalb 7 Stunden:

k
Glut am Anfang des Versuches 6,5 Kohle
Aufgegeben während des Versuches 172,3
Am Ende lag auf dem Rost 26,2
Somit verbrannt im Ganzen 152,6
Stündlich verbrannt 21,8

Das Gewicht der Asche im Aschenfall betrug 15,3 Procent der verbrannten Kohle. Die mittlere Temperatur des Calorimeters des Herdes betrug 31,5°, des Kessels 33,1 und des Vorwärmers 23,30, die Temperatur des Condensationswassers 9,3°, der Rauchgase nach dem ersten Kessel (t3 =) 380°, nach dem zweiten Kessel (t2 =) 243°, des Kesselhauses 19°.

Durch die Calorimeter flössen stündlich folgende Wassermengen: Calorimeter des Feuerherdes 9621, des Kessels W1 2973l, des Kessels W2 1079l Danach berechneten sich folgende Werthe:

1) Feuerherd: Vom Calorimeter aufgenommen
149495 c
Im Calorimeter geblieben
258
Im Herd geblieben
– 40032
Strahlung des Herdes
3500
des Calorimeters
2450
––––––––––
Zusammen 115671 c
2) Kessel W1: Vom Calorimeter aufgenommen
495302 c
Im Calorimeter geblieben
2570
Dampfverbrauch der Maschine
6300
Strahlung des Kessels
49476

des Calorimeters
2450
des Wasserbehälters
1750
–––––––––
Zusammmen 557848 c
3) Vorwärmer W2: Vom Calorimeter aufgenom.
105742 c
Im Calorimeter geblieben
2394
Im Kessel geblieben
– 2506
Strahlung des Kessel
27104
–––––––––
Zusammen 132734. c

Somit eine Gesammtentwicklung von 806253c oder für 1k Kohle 5284c.