Text-Bild-Ansicht Band 236

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Maischwerk (Fig. 8 und 9 Taf. 37), welches im Wesentlichen dem Flügelrade des Universalmaischapparates gleicht, ist mit der Welle N, welche auch die Riemenscheiben R trägt, auf einer Grundplatte gelagert. Die fünf Flügel F, welche in der Richtung des Pfeiles bewegt werden, werfen die Maische centrifugal an die Wandungen des Gehäuses, saugen dadurch central Maische ein und drücken dieselbe centrifugal durch das Sammelrohr B aufwärts.

Die Wirkung des Apparates als Pumpwerk ist eine ausserordentliche, wie die Beobachtungen in Biesdorf beweisen; die Maische tritt mit Gewalt in einem Strahl von 15cm Durchmesser aus dem Vormaischbottich in die Pumpe und von dort in den Vormaischbottich zurück. (Vgl. Bohm * 1879 232 137.)

Die Zerkleinerungsarbeit wird erreicht, indem den Flügeln gegen den Deckel des Gehäuses T, welcher eine geriefte Grundplatte bildet, eine geneigte Stellung gegeben ist, wodurch die Maische gegen die Grundplatte gepresst wird. Die zerkleinernde Wirkung kann nach Bedarf durch Verschiebung der ganzen Welle N mittels der beiden Schrauben H gesteigert oder vermindert werden.

Ueber Kino, Catechu und Gambir; von Dr. M. Buchner in Graz.

Kino. Zu den Droguen, deren Qualität häufig wechselnd in den Handel kommt, gehört der Kino. Es ist bekannt, dass eine grosse Anzahl tropischer Gewächse Kino liefern, die von Wiesner u.a. namhaft gemacht wurden. Die Gewinnung des Kino scheint jedoch verschieden zu sein; denn während einzelne Sorten den Charakter eines freiwillig ausgeflossenen und getrockneten Pflanzensaftes zeigen, lassen andere wieder mit Sicherheit erkennen, dass sie durch Lösen und Eindampfen dargestellt sind. Ebenso bekannt ist, dass mit demselben Namen der Abstammung entsprechend verschiedene Sorten bezeichnet werden und selbst das Aussehen nicht gleich zur Unterscheidung führt. Ich habe vor mir 8 Sorten, die seit einer Reihe von Jahren im Handel bezogen wurden, welche äusserlich zum Theil ganz ähnlich, jedoch wesentliche Unterschiede zeigen. Man könnte sie im grossen Ganzen in rothe und braune eintheilen.

A) Rothe.

Amboina prima: dunkelrothe, stark glänzende Stückchen, in dünnen Splittern mit blutrother Farbe durchscheinend, von muschligem Bruche; das Pulver kirschroth, in heissem Wasser grösstentheils löslich, mit