Text-Bild-Ansicht Band 236

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zeigten die Mörtel gleiche Abbindezeiten und annähernd gleiche Festigkeiten. Als jedoch dem gewaschenen Sand A abgeschlemmter Thon von Sand B und umgekehrt dem Sande B Thon von A in Schlamm form und zwar in Höhe von 2 Proc. beigemischt und die so behandelten Sande getrocknet waren, ergaben die damit vorgenommenen Proben, dass die Festigkeit annähernd dieselbe war wie bei den gewaschenen Sanden. Dr. Heintzel erklärt dieses Verhalten dadurch, dass die Sandkörner sich nicht mit einer so hartnäckig anhaftenden Schicht des thonigen Beischlags überzogen hatten, wie dies bei dem natürlichen Sand statt hatte.

Eug. Dyckerhoff glaubt, dass es nur erforderlich sei, den Sand feucht durchzurühren, um die Oberflächen der Sandkörner frei zu machen, da ihm ein aus dem Main gewonnener Kies, der durch schlammiges Wasser stets schmutzig war, 15 bis 18 Proc. höhere Festigkeit lieferte, als wenn er vor der Verwendung rein gewaschen wurde.

Aus einem Bericht von Hauenschild über die Arbeiten der österreichischen Commission zur Begutachtung und Werthstellung der hydraulischen Kalke und Romancemente geht hervor, dass die Arbeiten dieser Commission z. Z. noch nicht abgeschlossen sind, da die Meinungen und Erfahrungen noch weit aus einander gehen. Im Durchschnitt geht die Strömung dahin, dass man als Minimalfestigkeit für einen Romancement oder Cementkalk (wie man ihn in Wien bezeichnen will) nach 7 Tagen 2,5 bis 3k, nach 28 Tagen 5k feststellen will, eine gleiche Anfertigungsweise der Proben wie in den „Normen“ vorausgesetzt. Dies entspricht dem grossen Durchschnitt aus vielen Sorten, doch sind nach oben und unten sehr starke Abweichungen vorhanden. Es gibt Romancemente, die nach 7 Tagen 8k Normalfestigkeit haben, während andere kaum 1k erreichen, und letztere können gerade nach längerer Erhärtungsfrist die ersteren nicht blos einholen, sondern sogar übertreffen. Nach 28 Tagen hat man die Grenzen zwischen 2 und 5k, nach 180 Tagen 14 bis 24k. Grosse Differenzen ergeben auch die Art des Einschlagens und die Zeit des Einsenkens in Wasser. Um alle Romancemente gleich günstig und gerecht beurtheilen zu können, hat man viel grössere Schwierigkeiten als bei Portlandcement. Von der Beurtheilung der hydraulischen Kalke oder der mageren Kalke, wie man sie in Oesterreich nennt, liegen noch weniger übereinstimmende Erfahrungen vor.

(Schluss folgt.)