Text-Bild-Ansicht Band 236

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Fig. 2., Bd. 236, S. 422
In diesem Falle hat nur die dünndrähtige Spule T Strom, da der andere, durch die dickdrähtige Spule R gehende Zweig an der Trennungsstelle der Kohlenstäbe unterbrochen ist. Die Spule T zieht also den Stab S in sich hinein und bringt die Seite c1 des Hebels cc1 in ihre unterste Stellung. In dieser Lage löst sich der Kohlenhalter (wie später näher beschrieben ist) von dem Hebelarme c1 los und fällt langsam herunter, bis sich die Kohlen treffen. In diesem Momente wird der Zweig, in welchem sich die dünndrähtige Spule T befindet, fast stromlos, während der Strom in den starken Windungen von R kräftig auftritt. Durch die Anziehung dieses Stromtheiles in der Spule R wird der Stab S nach unten gezogen. Hierdurch hebt sich der Hebelarm c1. Im ersten Momente dieser Hebung stellt sich die vorher gelöste Verbindung zwischen dem Hebelarm c1 und dem Kohlenhalter a wieder her, die Kohlenstäbe gehen aus einander und der Lichtbogen wird entzündet. In Folge des in dem Stromkreise der Spule R hinzutretenden Widerstandes des Lichtbogens, welcher bekanntlich mit der Länge des Bogens zunimmt, wächst der Strom wieder in der dünndrähtigen Spule T, während er in R schwächer wird, bis bei einem bestimmten Widerstände des Bogens sich die von R und T auf den Stab S ausgeübten Anziehungen das Gleichgewicht halten. Es brennen darauf die Kohlenstäbe langsam ab, aber die gleiche Bogenlänge stellt sich immer wieder her, indem die Gleichgewichtslage bei einer entsprechend höheren Stellung des Eisenstabes eintritt. Es steigt also dieser langsam in die Höhe, während der Hebelarm c1 mit dem oberen Kohlenhalter sich senkt. Ist der Hebelarm c1 in seiner untersten Stellung angelangt, so löst sich seine feste Verbindung mit dem Kohlenhalter, derselbe fällt langsam herunter, jedoch nur sehr wenig, da die eintretende Verkürzung des Lichtbogens wieder das Aufwärtsgehen des Hebelarmes c1 zur Folge hat und sich dabei die Kuppelung zwischen ihm und dem oberen Kohlenhalter wieder herstellt. Der Eisenstab S spielt von nun an nahezu in seiner höchsten, der Hebelarm c1 dem entsprechend nahe in seiner untersten Lage nur um ein Geringes aufwärts und abwärts, wobei in kurzen Zwischenräumen die obere Kohle um so viel nachfällt, als zum Ausgleiche der Verbrennung der Kohlenstäbe nöthig ist. Wird durch irgend welchen Vorgang im Stromkreise ausserhalb der Lampe die Stromstärke verändert, so bringt dies an sich in der Lampe keine Bewegung hervor, weil dabei die Stromstärken in beiden Zweigen um ein gleich Vieles ihrer früheren Stärke ab – oder zunehmen, also die Summe ihrer auf den Eisenstab ausgeübten Anziehungen nach wie vor Null und das Gleichgewicht ungestört bleibt.

Für die Grösse des Widerstandes, auf welchen der Lichtbogen gebracht wird, ist das Verhaltniss der Wirkungen R und T auf den Stab S massgebend. Dieselbe wird also vorbestimmt durch geeignete Auswahl des Widerstandes und der Zahl der Umwindungen auf den beiden Spulen, oder indem man den Stab S in die eine der beiden Spulen mehr oder weniger eintauchen lässt. Zu diesem Zwecke kann die obere Spule in eine höhere oder tiefere Stellung gebracht oder darin befestigt werden.

Während also bei den früheren elektrischen Lampen die Regulirung nicht unabhängig von den Vorgängen im Stromkreise ausserhalb der Lampe war, sondern von solchen beeinflusst wurde, die gleichzeitige Einschaltung mehrerer Lampen in ein Stromnetz also nicht zulässig war, weil jede durch den Lichtbogen einer Lampe hervorgerufene Stromschwankung auch die Mechanismen anderer Lampen zu unzeitiger Thätigkeit veranlasste, wird bei der neuen