Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

Mechanismus entgegen stehen könnten. Auch darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass bei der längeren Brenndauer der Kohlenstäbe in den Lampen die Umschalter, welche zum Einschalten neuer Kerzen erforderlich sind, und die theuern, oft sehr schwer unterzubringenden fünf isolirten Drahtleitungen zwischen der Laterne und dem Umschalter in Wegfall kommen, so dass dadurch in der That die Beleuchtungseinrichtung durch Differentiallampen trotz der hinzutretenden Mechanismen sich viel einfacher und auch in der Anlage billiger gestaltet als die elektrische Kerzenbeleuchtung.

Unsere Quelle (Zeitschrift für angewandte Elektricitätslehre, 1880 Bd. 2 S. 2) und ebenso die Elektrotechnische Zeitschrift, 1880 S. 103 geben Skizzen von der Anordnung der einzelnen Theile in der Differentiallampe, worauf wir hiermit sowie auch auf die Patentschriften verweisen.

E–e.

Miscellen.

Ueber Zapfenreibung.

R. H. Thurston1)macht folgende Angaben über die Abhängigkeit der Reibungscoefficienten von der Pressung und Geschwindigkeit.

1) Einfluss der Pressung. Versteht man unter p den mittleren specifischen Zapfendruck in Pfund auf 1 Quadratzoll englisch (

, wo P der totale Zapfendruck, F die Projection der Auflagefläche auf eine Ebene senkrecht zur Richtungslinie von P ist), so zeigt sich unter normalen Verhältnissen eine Abhängigkeit des Reibungscoefficienten f von der Pressung allein nach der Gleichung:

,

wobei die Constante a für sehr gute Schmiermaterialien = 0,08 bis 0,10 ist. Doch gilt diese Formel nur bis etwa p = 500 Pfund auf 1 Quadratzoll (35k/qc); bei höheren Pressungen nimmt die Reibung mit p nicht mehr ab, sondern rasch zu, indem jetzt die Wirkung der Adhäsion zurückzutreten scheint. (Für Metermass, p in k auf 1qc ausgedrückt, wird a = 0,021 bis 0,027.)

In ähnlicher Weise kann der Reibungscoefficient der Ruhe bezieh. für das Anlassen nach der Formel:

bestimmt werden, mit a1 = 0,015 bis 0,02 (oder wenn p in k auf 1qc berechnet wird, mit a1 = 0,037 bis 0,05).

2) Einfluss der Geschwindigkeit. Bei einer constanten Belastung von 200 Pfund auf 1 Quadratzoll (14k/qc) und den gewöhnlich bei Maschinen eingehaltenen Reibungsgeschwindigkeiten von 100 bis 1200 Fuss in der Minute (0,5 bis 6m in der Secunde) nimmt die Reibung mit wachsender Geschwindigkeit v zu; nach Thurston kann:

gesetzt werden, wenn v in Fuss engl. für die Minute verstanden ist. (v in Meter für die Secunde ausgedrückt, gibt

.)

3) Sind Pressung und Geschwindigkeit zugleich veränderlich, so wird annähernd für englisches bezieh. metrisches System:

1)

Friction and Lubrication. Determinations of the laws and coefficients of friction by new methods and with new apparatus. By Robert H. Thurston. 212 S. in 8. Mit 22 Textabbildungen. (New-York 1879. Verlag der „Railroad Gazette“.) Wochenschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1880 S. 98.