Text-Bild-Ansicht Band 236

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Tiefe Temperatur Tiefe Temperatur Tiefe Temperatur
0m 0,2° 50m 3,6° 100m 3,9°
10 2,6 60 3,7 110 3,9
20 2,9 70 3,7 120 4,0
30 3,2 80 3,8 130 4,0
40 3,5 90 3,8

Demnach ist die alte Theorie, nach welcher die ganze Wassermasse bis 40 abgekühlt wird und erst dann die obern Schichten, welche ihren Dichten entsprechend über einander gelagert bleiben, in der That richtig.

Untersuchung von Erde auf Leuchtgas.

Bei den Erdarbeiten für das Wasserwerk in Crefeld wurde fast überall ein unverkennbarer Gasgeruch bemerkt. E. Königs (Correspondenzblatt des Vereines analytischer Chemiker, 1880 S. 59) hat nun zur Nachweisung einer Inficirung des Erdreiches durch Stoffe der Gasfabrikation je 6l desselben in einem Kruge mit etwas Schwefelsäure versetzt und dann Dampf eingeleitet. In dem zuerst übergehenden Destillat konnte Naphtalin nachgewiesen werden.

Zur Werthbestimmung der Getreidekörner.

Bekanntlich wird meist das Gewicht von 1hl Getreide als Massstab für die Werthbestimmung desselben benutzt. E. Wollny (Hopfenzeitung, 1879 S. 711) zeigt nun, dass dieses Volumgewicht nicht in Zusammenhang steht mit der Grösse der Körner und ihrer chemischen Zusammensetzung, so dass das Volumgewicht für die Erkennung des Werthes der Getreidekörner nicht verwerthbar ist, wohl aber das absolute Gewicht, d.h. die Grösse und Schwere der Körner. Die grossen Körner sind im Allgemeinen reicher an Stärke, Zucker und Gummi, die kleinen an Eiweissstoffen und Holzfaser. Demnach werden sich die grossen Körner bei der Gerste und dem Weizen für die Malzbereitung als am brauchbarsten erweisen, indem sie die grösste Ausbeute an Extract liefern werden. Der hohe Gehalt an Holzfaser und die damit in Verbindung stehende geringere Verdaulichkeit kleiner Haferkörner werden dieselben als Futter weit weniger geeignet erscheinen lassen, als die grossen. Bei gleicher Grösse und Schwere wird dasjenige Korn die grösste Menge werthbildender Stoffe einschliessen, welches sich mehr der Kugelgestalt nähert, d.h. die kurzen bauchigen Körner werden den langen und schmalen vorzuziehen sein.

Nachweisung von Wasser in Alkohol und Aether.

Mischt man eine Lösung von 2 Th. Citronensäure und 1 Th. Molybdänsäure, verdampft bis zum beginnenden Schmelzen und erwärmt mit 30 bis 40 Th. Wasser, so erhält man nach C. Mann (Chemikerzeitung, 1880 S. 307) eine Verbindung, welche wasserfrei dunkelblau gefärbt ist, durch Wasser aber fast farblos wird. Tränkt man mit der Lösung Filtrirpapier und trocknet bei 100°, so erhält man ein blaues Reagenzpapier, welches in wasserfreiem Aether oder Alkohol nicht verändert wird, in wasserhaltigem dagegen, namentlich beim Erwärmen, die Farbe verliert.

Neues Sprengmaterial.

Kürzlich fanden in Kalk bei Deutz in der Nähe einer der Fabrikanlagen von Gebrüder Krebs und Comp. Versuche mit einem neuen, von dem technischen Director der Dynamit- und Lithofracteur-Fabrik dieser Firma erfundenen, dem sogen. „Atlas-Dynamit“, statt, welche zum Zwecke hatten, den zugezogenen Sachverständigen die Ueberlegenheit dieses neuen Dynamits über das bisherige Dynamit La. Qualität, 80 Proc. Nitroglycerin haltend, der neuen Nobel'schen Sprenggelatine an Kraft gleichkommend, zu veranschaulichen. Die Sprengkraft ist wesentlich bedeutender als die des allerbesten Dynamits, wie Beobachtungen am Brisanzmesser und das aus der Explosion entstandene Zerstörungswerk deutlich ergaben. Während die Explosion eines gleichen