Text-Bild-Ansicht Band 236

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als Superoxyd vorhandene Blei abgezogen, so bleibt die als Oxyd vorhandene Bleimenge, und es lässt sich nun leicht die Zusammensetzung der Mennige berechnen. Diese Bestimmung würde nur dann nicht genau sein, wenn die Mennige mit kohlensaurem Barium verfälscht wäre, was wohl kaum vorkommen dürfte.

Nachfolgende Analysen verschiedener Mennigsorten des Handels zeigen, wie weit dieselben meist von der theoretischen Zusammensetzung Pb3O4 entfernt sind.

Pb3O4
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PbO2 34,89 33,6 26,7 26,5 24,7 24,7 24,3 23,5 23,4 23,0 22,7 22,4 20,5 20,4 18,9 18,3 17,5
PbO 65,11 65,0 70,3 71,9 69,9 73,4 69,0 70,9 69,4 64,1 71,1 64,1 71,7 75,6 77,2 73,5 75,1
Verunrei-
nigungen
1,4 3,0 1,6 5,4 1,9 6,7 5,6 7,2 12,9 6,2 13,5 7,8 4,0 3,9 8,2 7,4

Verfahren zur Reinigung von Mineralölen.

Um Mineralöle von ihrem Kreosotgehalt und dem damit verbundenen unangenehmen Gerüche zu befreien, werden sie nach C. A. Riebeck in Halle (D. R. P. Kl. 23 Nr. 9078 vom 12. Juli 1879) mit einer Lösung von Chlorkalk in Spiritus und Aetznatron gewaschen. Je nach dem mehr oder minder stark vorhandenen Gerüche werden 5 bis 9 Th. Lösung auf 100 Th. Oel verwendet.

Zur Untersuchung des schwefelsauren Chinins.

Um im officinellen schwefelsauren Chinin, welches nicht mehr als 2 Proc. Cinchonidin enthält, den Gehalt an dieser Verunreinigung zu bestimmen, schüttelt man nach G. Kerner (Archiv der Pharmacie, 1880 Bd. 13 S. 186) zur Herstellung einer Normalchininlösung 5g reines Chininsulfat mit Wasser und filtrirt nach 12 bis 18 Stunden. 10cc des Filtrates werden aus einer in 0cc,05 getheilten Bürette mit 5cc Ammoniakflüssigkeit von 0,92 specifischem Gewicht versetzt und geschüttelt, bis der anfangs gebildete Niederschlag fast gelöst ist, und dann noch weiter Ammon zugefügt, bis die Flüssigkeit völlig klar ist, wozu im Ganzen etwa 6cc Ammonflüssigkeit verbraucht werden. Das auf den Grad seiner Reinheit zu untersuchende Chininsulfat wird ebenfalls 12 Stunden mit 10 Th. kaltem Wasser digerirt und vom Filtrat 10cc mit derselben Ammoniakflüssigkeit wie vorher behandelt. Bei Cinchonidingehalt wird jetzt eine grössere Menge Ammoniak bis zur völligen Klärung der Flüssigkeit verbraucht, und zwar ist für je 0cc,288 Ammoniakflüssigkeit 1mg Cinchonidinsulfat, für die angewendete Menge Chininsulfat demnach 0,1 Proc. in Rechnung zu bringen.

Ueber das Leuchten des Johanniswürmchens.

Die das Leuchten des Johanniswürmchens Lampyris bedingende Phosphorescens des fünften bis siebenten Bauchringes ist nach Belesme (Naturforscher, 1880 S. 193) nicht einer im Käfer fertigen Substanz zuzuschreiben. Vielmehr bildet sie sich in den lebenden Zellen, sobald diese ein Reiz trifft, und verbindet sich dann sofort jnit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft, welcher für das Zustandekommen des Leuchtens unbedingt erforderlich ist.