Text-Bild-Ansicht Band 236

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die Rolle T und die damit verbundene Scheibe m in umgekehrter Richtung gedreht wird, so werden die Bremsschuhe durch ihr Beharrungsvermögen zurückgehalten und dann durch den Stift s mitgenommen, gelangen aber dabei ausser Berührung mit der Gleitfläche der Scheibe n. Hierdurch ist die Verbindung der Scheiben m und n ausgelöst und letztere kann sich ungehindert vermöge ihrer lebendigen Kraft weiter drehen.

Durch abwechselndes Ziehen und Loslassen der Handhabe H (wie beim Betriebe von Blasebälgen) wird also eine ununterbrochene Drehung der Scheibe R bewirkt, und kann man diese Drehung durch Riemen leicht auf die Achse des rotirenden Gebläses V übertragen. Der Befestigungspunkt von Z1 ist so gewählt, dass die Richtung dieses Seiles central ist, wenn sich die Handhabe in ihrer höchsten Stellung befindet, so dass also durch das Gewicht keine weitere Rückwärtsbewegung stattfinden kann.

Draht-Richtmaschine von Pratt und Whitney in Hartford, Conn., Nordamerika.

Mit Abbildungen auf Tafel 41.

Die im Nachfolgenden zu beschreibende, in der Nähmaschinenfabrik von Cl. Müller in Dresden aufgestellte Maschine bewirkt die Geradstreckung von Metallstäben nach demselben Princip, wie die älteren Draht-Richtmaschinen.

Es wird dem Drahte eine hauptsächliche Krümmung dadurch genommen, dass jeder Theil desselben gezwungen wird, Ausbiegungen, die nach dem Ende hin immer kleiner werden und nach entgegengesetzten Richtungen erfolgen, anzunehmen. Bei den älteren Vorrichtungen wird der Draht in bekannter Weise zwischen feststehenden Stiften, die in zwei Reihen angeordnet sind, hindurchgeführt. Bei einmaligem Durchziehen lässt sich auf diese Weise nur erreichen, dass die Achse des Drahtes aus einer räumlichen Curve in eine ebene Curve übergeführt wird; will man auch diese entfernen, so muss man zwei auf einander rechtwinklig stehende Stiftreihen anwenden und den Draht durchziehen. Eine noch zuverlässigere Wirkung ist bei der vorliegenden Draht-Richtmaschine dadurch erreicht worden, dass man den Stiften eine rotirende Bewegung ertheilt. Fig. 4 Taf. 41 gibt eine Ansicht der Maschine mit Weglassung des Fussgestelles. Auf der den Fuss bildenden Säule ist ein Ständer aufgeschraubt, in dessen beiden verticalen Armen die Lager für den in Fig. 5 und 6 abgebrochen dargestellten Rahmen enthalten sind. Dieser gusseiserne Rahmen hat an beiden Enden durchbohrte, hohlcylindrische Drehzahpfen, durch welche der