Text-Bild-Ansicht Band 236

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Maische hervorzubringen, ist doch zweifelhaft. Wir suchen Hilfsmittel zur Zerkleinerung und Aufschliessung, die doch eigentlich nur unter aussergewöhnlichen Verhältnissen nothwendig wären. Henze's Apparat, Vormaischbottich mit Wasserkühlung, z.B. von Hampel (1879 232 * 139), für besondere Verhältnisse Einschaltung einer Mühle von Böhm oder Paucksch) dies dürften die besten Constructionen der Gegenwart sein. – Bei Verarbeitung von Mais soll man nach mehrseitig gemachten Beobachtungen nur 2,5 bis 3at Druck geben, da sonst der Spiritus einen Beigeschmack bekommt. Bei Hochdruck spalten sich die Fette in Fettsäure und Grlycerin, es entstehen vielleicht allerlei riechende und schmeckende Producte, die den Spiritus verschlechtern. In diesem Falle würden solche Zerkleinerungsvorrichtungen, welche es gestatten, bei niedriger Temperatur zu arbeiten, und doch in kurzer Zeit eine völlige Aufschliessung erzielen, z.B. von Bohm, sehr vortheilhaft sein. Die Frage, ob unter Hochdruck aufgeschlossener Mais ein besseres Viehfutter sei als der nach dem alten Verfahren behandelte, wurde verschieden beantwortet.

Bezüglich der Gährungsführung zeigt M. Delbrück, dass Dickmaischen zu einer guten Vergährung einer kalten Anstellungstemperatur bedürfen. Jede Maische fordert zur guten Vergährung eine schnelle Angährung, die bei Dickmaischen durch starkes Vorstellen zu erreichen ist.

Maischdestillirapparat. J. Hampel (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 7015 vom 21. September 1878) schlägt vor, Kartoffeldämpfer und Maischapparat gleichzeitig zum Destilliren des Spiritus zu verwenden, – ein Verfahren, welches wohl nur für kleinere Verhältnisse empfehlenswerth sein dürfte.

Spiritusdestillirapparat. Die von D. F. Savalle in Paris (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 8355 vom 2. Februar 1879) getroffenen Umänderungen bestehen namentlich darin, dass die Colonnen der Rectificationsapparate eine viel grössere Abkühlungsoberfläche erhalten als bisher, dass ferner der eigentliche Condensator wegfällt und die Colonne gleichzeitig als Condensator und Rectificationscolonne dient (vgl. 1870 196 * 473. 1877 223 * 615. 224 616).

Das Gebläse D (Fig. 10 und 11 Taf. 38) treibt kalte Luft in die mit Regulirklappen g und f versehenen Kanäle I und H, welche mit dem Röhrenkühler C und der Colonne B, von welcher Fig. 12 bis 14 verschiedene Schnitte zeigen, in Verbindung stehen. Letztere dient gleichzeitig als Rectificationscolonne und als Condensator. Die aus der Colonne tretenden Alkoholdämpfe gehen direct in den Luftkühler C (vgl. Fig. 17 und 18). Neben dem Kochkessel A steht der Dampfregulator E.

Der in Fig. 15 bis 18 Taf. 37 dargestellte gewöhnliche Rectificationsapparat ist mit einem Condensator und Luftkühler versehen. Die Alkoholdämpfe gelangen aus der Colonne B in den Röhrencondensator C