Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

nun diese Lösung zum Kochen und fügt phosphorsaures Natron im Ueberschuss zu; der entstandene weisse Niederschlag wird abfiltrirt und mit Essigsäure haltigem heissem Wasser ausgewaschen. Zum Filtrat wird nahe bei Südhitze kaustisches Kali bis zum Auftreten von Ammoniakgeruch zugefügt, das ausgefällte apfelgrüne Nickelphosphat abfiltrirt, theilweise ausgewaschen, in Schwefelsäure gelöst, die Lösung stark ammoniakalisch gemacht und Nickel elektrolytisch gefällt. Enthält das Probegut mehr als 3 Proc. Nickel, so ist das gefällte Eisenphosphat nochmals in Salzsäure zu lösen, mit Ammoniak nahezu zu neutralisiren, mit 25 bis 30cc Essigsäure zu versetzen und abermals mit einer gesättigten Natriumphosphat-Lösung zu fällen. Das noch geringe Nickelmengen enthaltende Filtrat wird dem von der ersten Fällung zugefügt.

Bei Anwendung dieser Methode kann man grössere Mengen des Probegutes, 10 bis 15g, zur Untersuchung verwenden, was bei Fällung des Eisens als basisches Acetat, abgesehen von anderen Umständen, nicht angeht, und die Zeitdauer einer Probe ist eine viel kürzere, etwa 8 bis 10 Stunden. (Vgl. C. Zimmermann 1880 235 327, A. Classen 1879 232 283, Schweder 1877 225 65 und Wrightson 1877 225 67.)

Ph. Dirvell (Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 903) schlägt folgende neue Methode zur Trennung von Nickel und Kobalt vor: Setzt man einer wässerigen Lösung von Kobaltnitrat oder Sulfat einen Ueberschuss eines Gemisches einer in der Kälte gesättigten Phosphorsalzlösung mit einer Lösung von Ammoniumbicarbonat zu, so bildet sich ein blauer Niederschlag. Beim langsamen Erwärmen entweicht Kohlensäure, und sobald Ammoniakgeruch wahrzunehmen ist, hört man mit dem Erhitzen auf und setzt noch 2 bis 3cc Ammoniak hinzu. Der Niederschlag löst sich dann grösstentheils wieder auf; beim Erhitzen auf 100° bildet sich jedoch wieder ein rothvioletter, sich leicht absetzender Niederschlag von der Zusammensetzung CoNH4PO4 + 2H2O, welcher bei 110° Ammoniak verliert und bei Rothglut in Pyrophospat übergeht. Lösungen der entsprechenden Nickelsalze geben bei gleicher Behandlung eine blaue, beim Erwärmen sich nicht verändernde Flüssigkeit.

Zur quantitativen Trennung verfährt man in folgender Weise: 30g Phosphorsalz werden in der Kälte in 250g Wasser gelöst; hierzu fügt man eine Lösung von 30g verwitterten Ammoncarbonates in 30g Wasser und übersättigt mit Kohlensäure bis zum Verschwinden des Ammoniakgeruches. Die beiden Oxyde von Kobalt und Nickel, von den anderen Metallen auf bekannte Weise getrennt, werden im Wasserstoffstrom reducirt und die Metalle gewogen. Hierauf löst man sie in Salpetersäure und verdampft die Lösung im Wasserbade zur Trockene. Der Rückstand wird in 50g Wasser gelöst, mit einem grossen Ueberschuss der Phosphorsalzlösung versetzt und in eingangs beschriebener