Text-Bild-Ansicht Band 236

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Verfahren zur Reinigung von Ozokerit.

H. Ujhely in Wien (D. R. P. Kl. 23 Nr. 9110 vom 19. Januar 1879) will das Erdwachs in Erdöl- oder Steinkohlenbenzin, oder aber in Schwefelkohlenstoff lösen, die Lösung durch Knochenkohle oder den schwarzen Rückstand der Blutlaugensalzfabriken filtriren und das so gereinigte Wachs durch Destillation oder Kälte ausscheiden.

Zur Herstellung von Leuchtgas.

Th. Atkins in Clapham (* D. R. P. Kl. 26 Nr. 9280 vom 25. April 1879) will zerquetschte Knochen mit Schieferthon und Steinkohle mischen, in Retorten verkohlen und das gebildete Gas mit dem übrigen Steinkohlengase mischen. Das so erhaltene Leuchtgas soll eine höhere Leuchtkraft und weniger Schwefel haben als einfaches Steinkohlen gas. Zur Reinigung soll es über 14 Th. Kokes, 3 Th. gekörnte Knochen, 3 Th. Holzkohlen und 3 Th. Schieferthon gehen, welches Gemisch angeblich grosse Mengen von Kohlensäure, Ammoniak und Schwefelwasserstoff zurückhält.

Verfahren zum Carbonisiren der Wolle.

Um in Wolle oder wollenen Geweben beigemengte Pflanzenstoffe zu verkohlen, taucht man nach Wittwe R. Joly geb. Guilhen in Elboeuf, Frankreich (D. R. P. Kl. 29 Nr. 9263 vom 12. Februar 1879) die Stoffe in eine Lösung von Chloraluminium, Chlorzink oder Chlormagnesium von 3 bis 40 B., schleudert aus und trocknet in bekannter Weise (vgl. 1878 230 340).

Zur Behandlung ranziger Butter.

Nach Dr. Spormann in Hamburg (D. R. P. Kl. 53 Nr. 9483 vom 2. October 1879) soll ranzig gewordene Butter mit Kalkwasser durchgeknetet und dann frisch gesalzen werden. – Für manche Zwecke dürfte die gebildete Kalkseife doch unangenehm sein.

Bestimmung der Proteinstoffe in Futtermitteln.

R. Wagner (Landwirtschaftliche Versuchsstationen, 1880 S. 195) zieht die Futterstoffe mit einer 0,125 procentigen Kalilösung aus, fällt die Proteinstoffe in essigsaurer Lösung mit Tannin. Im Filtrat wird der Stickstoff der nicht Eiweiss artigen Verbindungen ermittelt. An Fett reiche Futterstoffe werden zuvor mit kaltem Aether entfettet. Es wurden so folgende Zusammensetzungen gefunden:

Wasser Asche Roh-
faser
Fett Proteïn Amid Kohle-
hydrat
Weizenkleie 10,38 1,04
Buchweizengrützeabfall 11,88 5,04 5,74 4,76 20,13 3,11 49,34
Palmkuchen 9,96 4,48 22,78 10,45 14,25 1,04 37,04
Erdnusskuchen 10,76 6,07 7,39 8,09 37,88 3,77 26,04
Rapskuchen 10,81 7,05 10,14 11,01 26,31 2,07 32,61
Hafer 18,46 2,14 9,34 4,85 7,31 0,71 57,19

Zur Destillation der Rübenmaische.

Wie H. Briem im Organ für Rübenzuckerindustrie, 1880 S. 20 berichtet, ist es bis jetzt noch nicht gelungen, aus Rübenmaische direct hochprocentigen, reinen Spiritus herzustellen. Der zuerst erhaltene Spiritus muss daher rectificirt werden, was passend unter Zusatz von etwas Kalk geschieht. Das zuerst Uebergehende ist als Vorlauf gesondert aufzufangen und als reine Waare nur das 94 bis 96 Proc. zeigende Destillat anzusehen. Sobald dasselbe unter 90 Proc. sinkt, muss das Folgende als Nachlauf wieder getrennt aufgefangen werden, wenn man wirklich reinen Spiritus haben will. Vorlauf und Nachlauf