Text-Bild-Ansicht Band 235

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Verfahren angegeben worden. Seitdem hat die Bearbeitung dieser Aufgabe geruht und ist es daher als ein Verdienst von Th. Langer und W. Schultze zu begrüssen, dass sie dieses Kapitel einer neueren, höchst gründlichen Behandlung unterzogen haben.

Um Bier ohne Kohlensäureverlust abziehen zu können, bohren sie in die Mitte des Fassbodens mittels einer messingenen Pipe ein, deren Hahn geschlossen ist, und verbinden eine verjüngte Glasröhre mittels kleinen Kautschukschlauches mit der Pipe. Zum Auffangen des Bieres nehmen sie einen Kolben A, der durch doppelt durchbohrten Kautschukpfropfen verschlossen ist (Fig. 8 Taf. 15). Durch die eine Durchbohrung geht eine senkrechte, unten aufgebogene Glasröhre bis nahe an den Boden; über den aus dem Stopfen herausragenden Theil derselben ist ein Kautschukschlauch a gezogen, der zur Verbindung mit dem Hahne bestimmt ist. Durch die andere Bohrung des Propfens geht eine kurz unter demselben endigende rechtwinklig gebogene Glasröhre, über welche ebenfalls ein Kautschukschlauch b gezogen ist, zur späteren Verbindung mit einem Kühlrohre; der Schlauch b wird zunächst mittels Schraubenquetschhahn verschlossen. Dann verbindet man den Schlauch a mit einer Luftpumpe und evacuirt nun so viel, dass später etwa 300g Bier mit einströmen können (wozu 4 Kolbenzüge genügen). Nun schliesst ein Gehilfe den Schlauch a mit einem Quetscher und die Verbindung mit der Pumpe wird gelöst. Der Kolben wird hierauf tarirt, dann mit dem Glasende des Messinghahnes durch den Kautschukschlauch a verbunden, der Hahn zuerst und dann der Quetscher geöffnet. Nachdem etwa 300g Bier eingeströmt sind, wird der Quetscher und dann der Hahn geschlossen. Nun lässt man den gefüllten Kolben so lange stehen, bis er nicht mehr schwitzt, trocknet das Ende des Schlauches a aufwärts vom Quetscher gut mit Filtrirpapier aus und wiegt den Kolben wieder. So findet man das Gewicht des Bieres. Kautschukpfropfen wie Schläuche müssen des Druckes wegen mit Draht am Kolben bezieh. an den Glasröhren befestigt werden.

Der gefüllte Kolben wird dann mit dem Kohlensäurebestimmungsapparate verbunden. Derselbe besteht der Reihenfolge nach aus einem umgekehrten Liebig'schen Kühler B (Fig. 9 Taf. 15), dem Chlorcalciumrohr C, einem Kugelapparat D mit concentrirter Schwefelsäure, einem Kugelapparat E mit Kalilauge, einem Röhrchen F mit kleinen Kalistücken, einem Schutzrohr G, welches zur Hälfte mit Chlorkalium und zur Hälfte mit Natronkalk gefüllt ist, endlich dem darüber gezogenen Kautschukrohr g, das zur Verbindung mit einem Aspirator bestimmt ist. Die Anordnung des Apparates ist derart, dass die Theile C bis H an einem Stativ befestigt unter dem Kühlrohr stehen, durch eine zweimal rechtwinklig gebogene Gasröhre damit verbunden. Diese Stellung hat den Zweck, das Durchziehen der Kohlensäureblasen durch den Kaliapparat mit dem Quetscher in der Hand bequem verfolgen zu können.