Text-Bild-Ansicht Band 235

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hatte das Bier die nöthige Schaumkraft erlangt. Der Manometer- und Barometerstand wurde genommen, der Kohlensäuregehalt wieder bestimmt und nun, wie folgt, gerechnet:

A) Beim Zuspunden Bier-Temperatur 2,2°
„ Sacch. Anzeige 4,5 Proc. B (p = 10)
„ Alter 30 Tage
„ Kohlensauregeh. 0,315 Proc.
Barometerstand 744mm bei 3° = 743mm,6 bei 0°.
B) Am Ende des Spundens Spundungsdauer 5 Tage
Bier-Temperatur 2,20
„ Kohlensäure 0,366 Proc.
Manometerstand 156mm bei 3° = 155mm,9 bei 0°
Barometerstand 748mm „ „ = 747mm,6 „ „

Hieraus ergibt sich:

a) Der Kohlensäuregehalt des Bieres ist durch das Spunden von 0,315 auf 0,366, also um 0,051 Proc., oder im Verhältniss von 100:116,2 gewachsen.

b) Die Spannkraft im Lagerfasse am Ende des Spundens beträgt 155,9 + (747,6 – 743,6) = 159mm,9 Quecksilbersäule bei 0°.

c) Da zur Erhöhung des Kohlensäuregehaltes um 0,051 Proc. 159mm,9 Ueberdruck erforderlich waren, so ist zur Erhöhung des Kohlensäuregehaltes um 0,01 Proc. ein Druck von (159,9 : 5,1 =) 31mm Quecksilbersäule bei 0° nöthig.

Aus drei solchen Versuchen ergab sich ein mittlerer Zuwachs an Kohlensäure durch Spunden um 0g,046 Kohlensäure. Nach dem Volumen ausgedrückt, sind 100g Bier etwa 98cc und 46mg oder (46 : 1,9712 =) 23cc,3 Kohlensäure bei 0° und 760mm. Folglich nahmen 100cc Bier durch das Spunden weitere 23cc,8 Kohlensäure, d.h. beinahe ¼ des Biervolumens auf, oder die 36hl im Fasse beinahe 9hl Kohlensäure.

Dass der Geschmack des Bieres und folglich seine Verkäuflichkeit vom Kohlensäuregehalt abhängt, geht noch aus folgender Betrachtung hervor. Der höchste Kohlensäuregehalt, welcher in der kritischen Brauerei dem Biere bei grösster Abkühlung und mässigem Spunden beigebracht werden konnte, war 0,390 Proc. Solches Bier gilt bei Wirth und Publicum als vorzüglich. Bier von 0,32 Proc. fand weder Lob noch Tadel, es galt in Bezug auf Schäumung und Schneidigkeit als mittelmässig. Sank aber der Kohlensäuregehalt unter 0,32 Proc., so begannen die Anstände und Klagen von Seite der Wirthe sofort; man mochte und wollte dann das Bier nicht mehr. (Nach der Zeitschrift für das qesammte Brauwesen. 1879 S. 369.)