Text-Bild-Ansicht Band 235

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Der Siegersdorfer Thon erforderte für den Schwachbrand 1000°, für den Mittelbrand 1050 und für den Hartbrand 1100° (vgl. 1878 228 * 248 und 432). Die beim Brennprocess erhaltenen Resultate sind in folgender Tabelle zusammengestellt:

Thon


Brenngrad
Gewichtsverlust
beim Brennen
Schwindung
beim Brennen
Gesammte
lineare
Schwindung
Zerreissquersch.
des Steines
Porosität
vor dem Brennen
Porosität
nach d. Brennen
Zugfestigkeit
vor dem Brennen
Zugfestigkeit
nach d. Brennen
Proc. Proc. Proc. qc cc cc k/qc k/qc
Siegers-
dorf
Schwachbrand
Mittelbrand
Hartbrand
Klinkerbrand
6,10
6,21
6,28
6,55
– 6,0
– 6,8
– 7,5
– 8,0
13,0
13,8
14,5
15,0
3,78
3,71
3,65
3,61

15,26
4,58
3,96
3,76
3,24

4,1
39,8
45,8
50,7
55,4
Osterode Schwachbrand
Mittelbrand
Hartbrand
Klinkerbrand
4,76
4,73
4,75
4,76
+ 0,8
– 2,3
– 3,2
– 5,2
6,1
9,2
10,1
12,1
4,41
4,21
4,04
3,86

12,33
15,22
7,86
5,62
2,09

7,4
16,4
53,4
68,7
86,8
Rathe-
now
Schwachbrand
Mittelbrand
Hartbrand
Klinkerbrand
8,06
8,18
8,20
8,36
+ 0,9
+ 0,3
– 1,4
– 2,8
8,1
8,7
10,9
11,8
4,23
4,17
4,01
3,89

7,12
10,07
9,97
8,56
2,11

14,5
25,4
30,5
44,2
55,3
Ebers-
walde
Schwachbrand
Mittelbrand
Hartbrand
Klinkerbrand
7,34
7,73
7,84
7,90
+ 1,0
+ 0,0
– 1,5
– 5,5
3,9
4,9
6,4
10,4
4,62
4,52
4,38
4,01

11,47
16,84
16,17
13,24
3,04

7,6
14,1
18,8
31,2
49,9

Der Gewichtsverlust beim Brennen für das entweichende Wasser ist bei einem und demselben Thon meist gleich gross für alle Brenngrade. Geringe Gewichtsänderungen sind wohl auf chemische Veränderungen der Thonsubstanz zurückzuführen.

Die Thone von Osterode, Rathenow und Eberswalde geben beim Schwachbrande keine Schwindung, sondern eine geringe Ausdehnung, welche wohl durch den Quarzsand bedingt ist. Bei dem Thon von Osterode genügen schon 850°, um die Thonsubstanz in einen zähflüssigen Zustand zu versetzen, da bereits bei einer Schwindung von 2,3 Proc. der Porenraum vermindert wird. Bei den Thonen von Rathenow und Eberswalde genügt die Temperatur des Mittelbrandes nicht, einen Theil der zähflüssigen Thonsubstanz unter Annäherung der Sandkörnchen in die Porenräume zu drängen. Die Schwindung beim Klinkerbrennen steht mit der Verdichtung des Porenraumes in einem einfachen Verhältniss.

Bezüglich der Zerreissungsfestigkeit zeigt die Tabelle, dass durch Austreiben des Wassers die Festigkeit des Steines beträchtlich zunimmt, obgleich die Porosität noch grösser ist als im lufttrockenen Zustand; doch ist die Steigerung der Adhäsion bei den Thonen verschieden. Beim Osteroder Thon beträgt die Festigkeitszunahme des Schwachbrandes gegen den lufttrockenen Stein 9k, beim Rathenower