Text-Bild-Ansicht Band 231

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das Cementkupfer übergehen. Down (1878 224 195) behandelt die bei Verarbeitung der Kiesabbrände nach Henderson's Verfahren erhaltenen sauren Laugen mit so viel Kalk, dass die Säure ziemlich abgestumpft wird und die in Lösung befindlichen Eisensalze nieder zu fallen beginnen. Wie Down angibt, sollen Arsen und Antimon nur aus stark saurer Lösung mit dem Kupfer zugleich niederfallen, in schwach saurer Lösung aber gelöst bleiben; nach Kinzgett und Lunge (1876 219 330) aber sollen sie sich mit dem Eisen in einer dem Scheele'schen Grün ähnlichen Verbindung niederschlagen. Auch Gibb behauptet, nach der Kupferfällung mit Eisen nie mehr Arsen in den Rückstandslaugen gefunden zu haben.

In Agordo (Wagner's Jahresbericht, 1877 S. 161) enthalten die Kupferlaugen erhebliche Mengen von schwefelsaurem Eisenoxyd, welches durch das vom Eisen schon gefällte Kupfer zu Oxydul reducirt wird (Fe2 O3, 3 SO3 + Cu = 2 FeO, SO3 + CuO, SO3), wodurch das gebildete Kupfersulfat neuerdings durch Eisen zerlegt werden muss:, auch zerfällt ein Theil des schwefelsauren Eisenoxyds in basisches Salz Fe2 O3, SO3 und Eisenvitriol. Das erstere fällt in den Kupfercementschlieg. Zoppi, welcher dies fand, behandelte die Laugen in einem Thurme mit schwefliger Säure (Fe2 O3, 3SO3 + SO2 = 2 FeO, SO3 + 2 SO3), reducirte hierdurch das Eisenoxydsalz, beseitigte die Abscheidung des basischen Eisensalzes und verminderte erheblich den Bedarf an Fällungseisen; auch war das Kupfer weniger mit Arsen verunreinigt (vgl. 1877 224 458).

2) Entsilberung der Laugen. Bei der Extraction der Pyritabbrände nach Henderson's Verfahren war, soweit ich nachkommen kann, Claudet der Erste, der die Laugen regelmässig entsilberte (vgl. 1870 198 306. 1871 199 53. 305). Die ersten Laugen, welche 95 Proc. des gelösten Silbers als Chlorsilber enthalten, werden mit Jodkalium in bestimmtem Antheile versetzt, wodurch Jodsilber (wohl auch Jodblei, das den Verbrauch an dem nicht billigen Niederschlagsmittel erhöht) ausfällt. Der gewaschene, noch feuchte Niederschlag, mit Salzsäure angesäuert, gibt mit Zink Jodzink, Jodblei und Silber, von denen ersteres zur Entsilberung neuer silberhaltiger Laugen verwendet wird (vgl. auch Wedding und Ulrich, S. 315). Lunge (1874 214 467) meint, dass der Jodverlust nicht ganz unbedeutend sein kann. Nach Claudet (1872 206 30) wurden auf einem Werke zu Widnes im J. 1871 aus 16300t Abbrand erhalten 333k,24 Silber und 3k,17 Gold; es blieben nach Abzug der Feinungskosten 80800 Franken übrig und 137k Jod gingen in Verlust. Durch die Höhe des letzteren veranlasst, versuchte Claudet an Stelle von Jodkalium Varechlaugen anzuwenden und sollen damit sehr befriedigende Resultate erzielt sein. Das Gold der Abbrände scheint bei der Röstung in Chlorgold übergeführt und bei der niedrigen Rösttemperatur nicht zerlegt zu werden.