Text-Bild-Ansicht Band 231

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Gibb (1874 214 468) entsilbert die Kupferlaugen durch partielle Fällung mit Schwefelwasserstoff, aus Sodarückstand erzeugt. Mit den zuerst niederfallenden 6 Proc. Schwefelkupfer fällt zugleich der grösste Theil des Silbers. In Oker versuchte man dieselbe partielle Fällung mit Schwefelnatrium (vgl. 1878 228 149). Während das ohne Silberscheidung erzielte Kupfer im Mittel 0,069 Proc. enthält, finden sich, nach Gibb entsilbert, nur noch 0,0069 bis höchstens 0,0137 Proc. Silber; die gefällten 6 Proc. Kupfersulfid enthalten dagegen 6k,85 Silber in 1t Kupfer.

Der Silberkupfer-Niederschlag wurde früher calcinirt und ¼ des Kupfers auf Vitriol verarbeitet, worauf Silber rückständig blieb; der Kupferrest war als Oxyd, wohl auch als Oxychlorid vorhanden. Später laugte Gibb, um die Erzeugung des Kupfervitriols zu vermeiden, das calcinirte Product mit Wasser und fällte die vitriolische Lösung, die höchstens 34g Silber in 1t Kupfer enthält, mit Eisenschwamm. Der abgelaugte Rückstand wurde dann mit heisser gesättigter Kochsalzlauge ausgezogen und auf trockenem Wege weiter verarbeitet. Aus der noch immer schwach kupferhaltigen Silberlauge werden mit Kalkmilch die Metalle niedergeschlagen und aus dem ausgewaschenen Niederschlage das Kupfer mit verdünnter Schwefelsäure herausgelöst. Der Rückstand mit 9 Proc. Silber wird abgesetzt. Aus dem Abbrand erhält man so 0,0017 Proc. Silber bei höchstens 0,75 M. Unkosten, entsprechend 1,75 M. Reingewinn für 1000k Abbrände.

Snelus (Wagner's Jahresbericht, 1876 S. 146) schlägt aus den Laugen der Kiesabbrände durch Einblasen von fein vertheiltem Eisenstaub unter Umrühren etwa 19 Proc. Kupfer nieder, mit welchem etwa 80 Proc. des gelösten Silbers ausfallen.

Chadwick und Jardine (Wagner's Jahresbericht, 1877 S. 104) wollen nach einer unverständlichen Patentbeschreibung das Silber der Laugen von Kiesabbränden mit Bleizucker niederschlagen, den Niederschlag durch heisse verdünnte Schwefelsäure entkupfern und mit Zink und Schwefelsäure reduciren.

Clark und Smith (Wagner's Jahresbericht, 1876 S. 146) laugen das chlorirte Erz mit kaltem Wasser, dann mit einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron oder mit Gaswasser, um Chlorsilber in Lösung zu bringen, aus welcher Silber galvanisch niedergeschlagen wird und vereinigen die Restlauge von dieser Operation mit derjenigen Lauge, welche der Auszug des Erzes mit heissem Wasser liefert, um das Kupfer abzuscheiden.

IV. Ausfällung des Kupfers.

a) Eisen findet bisher die allgemeinste Anwendung zur Abscheidung des Kupfers aus den Laugen. Schmiedeisen ist wirksamer als Gusseisen; graues Roheisen löst sich schneller als weisses; auch Eisensauen