Text-Bild-Ansicht Band 231

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werden zur Fällung verwendet (vgl. B. Kerl: Handbuch, Bd. 2 S. 598). Am besten wirkt Eisenschwamm.

Leithner (1874 211 349) liess sich ein Verfahren für Oesterreich-Ungarn patentiren, um kupferhaltiges Eisen (Fällungseisen) aus Abbrand von kupferarmen Kiesen zu gewinnen. Die Abbrände sollen vollständig entschwefelt und mit Kalkhydrat auf Roheisen verschmolzen werden, welches bei der Cementation seinen Kupfergehalt im Cementschlieg zurücklässt. Ueber die Darstellung von schwammförmigem Eisen ist von Lunge (1876 219 325) ausführlich berichtet, auch mit eingehender Berücksichtigung der älteren und neueren Literatur; ich verweise auf den Aufsatz selbst. Auch in der erwähnten Broschüre „The Hunt and Douglas Process“ befindet sich ein besonderes Kapitel über Darstellung und Gebrauch des Eisenschwammes. Die Darstellung geschieht für die Fällung von Kupfer wohl ausschliesslich aus den ausgelaugten Rückständen (purple ore) der Kupferhütten (mit 95 Proc. Eisenoxyd). Zwar wollten G. Bischof und Gossage direct Abbrände (mit etwa 80 Proc. Eisenoxyd) verwenden, wobei deren Kupfergehalt, wie nach Leithner's Verfahren, bei der Fällung mit ausgebracht werden würde; doch enthalten die meisten Abbrände Arsen (auch Blei), welches die Qualität des Cementkupfers vermindern wird. Bei der Reduction des „purple ore“ zu Eisen werden 30 Th. Kohle auf 100 Rückstand angewendet.

Den Preis des Eisenschwammes gab Lunge im J. 1874 zu 45 M. für 1t mit Einrechnung des vollen Werthes des „purple ore“ und billiger als dünnes Brucheisen an. Auch soll es leicht sein, nicht mehr als 1 Proc. Ueberschuss bei Anwendung des Schwammes im Kupfer zu lassen.

Die Apparate bei der Fällung mit Eisen anlangend, so bestehen dieselben am einfachsten aus grösseren Kästen, in die ein Dampfrohr zur Erwärmung eintaucht und welche mit einem Ueberschusse von altem Eisen beschickt werden. Auch hat man Apparate mit Rührwerken, in welche das Brucheisen in einer von den Rührerarmen nicht erreichten Abtheilung eingetragen wird (vgl. Wedding und Ulrich, S. 312). Schwammförmiges Eisen wird unter Umrühren der Lauge und in gemahlenem Zustande angewendet. Das Rühren geschieht durch Hand oder Maschine, auch durch Gebläse. – Für die Fällung mit Eisenspänen und Eisenabfällen construirte A. Hauch (1877 223 286) einen continuirlich wirkenden Trommelapparat, ebenso G. Bischof (Deutsche Industriezeitung, 1869 S. 158).

Bousfield fand, dass beim Fällen mit Eisen die Basen einer Anzahl in der Lauge enthaltener Salze, das Kupfer verunreinigend, sich ausscheiden, nachdem letzteres aus der Lösung vollständig fortgeschafft ist (Wagner's Jahresbericht, 1877 S. 164). Er lässt daher die Kupferlauge behufs ihrer Ausfällung in einer Reihe von mit einander durch Heberrohre verbundener Bottige umlaufen, welche mit Blei ausgeschlagen sind, und leitet die Circulation durch einen Laugeninjector ein.