Text-Bild-Ansicht Band 231

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Der Verbrauch an Fällungseisen ist ein sehr verschiedener, je nach der Zusammensetzung der Laugen. Auf das Kupfer bezogen, beträgt er in Stadtbergen 126 bis 127 Proc.; in Oker bei dem Henderson'schen Verfahren 100 Proc. Bei dem Hunt und Douglas-Processe reducirt sich der Eisenbedarf um so mehr bis zu einer gewissen Grenze, je mehr Kupferchlorür in den Laugen enthalten, welches zu seiner Zersetzung nur halb so viel Eisen braucht als das Chlorid oder die ihm gleichwerthigen Verbindungen; die Angaben über den Eisenbedarf schwanken von 60 bis 75 Proc. In Agordo betrug im J. 1874 der Aufwand an Roheisen 3,27 auf 1 Fällkupfer und hatte der Cementschlieg 54,97 Proc. Kupfer. Im Fällkupfer waren enthalten 24,84 Proc. basische Salze mit 9,14 Proc. Kupfer. Nach den von Zoppi eingeführten Verbesserungen ergab sich für das J. 1875: Roheisenverbrauch 2,55, Cementschlieg mit 60,06 Proc. Kupfer, basische Salze keine.

Durch eine zweckmässige Methode der Aufarbeitung der Rückstandslaugen des Henderson'schen Processes gelang es Gibb, den Eisenverbrauch ganz zu beseitigen. Hierüber weiter unten das Nähere.

b) Schwefelwasserstoffgas. Von Sinding war zu Foldal in Norwegen schon früher Schwefelwasserstoff zur Kupferfällung in Anwendung gebracht (Wagner's Jahresbericht, 1862 S. 124). Später kommt H. Wagner (1867 183 388) wieder auf dieses Gas, aus Schwefelbarium mit Salzsäure erzeugt, zurück. Er laugt, wie wir sahen, mit Salzsäure aus und beabsichtigt, durch die Fällung von Schwefelkupfer mit Schwefelwasserstoff die verbrauchte Salzsäure wiederherzustellen. Auch Langsdorf bediente sich bei seinen Versuchen der Extraction mit kohlensaurem Ammoniak des Schwefelwasserstoffes, aus Schwefelbarium und Salzsäure erzeugt. Derselbe wird ferner angewendet von Cobley (Wagner's Jahresbericht, 1875 S. 190) und beim Snowdon-Process. Die partielle Fällung der Kupferlaugen zum Zwecke der Entsilberung nach Gibb wurde bereits erwähnt.

c) Kalk als Niederschlagsmittel wird verwendet von Krassinsky und Wissocq (Wagner's Jahresbericht, 1869 S. 136); auf der Braubacher Hütte (vgl. 1866 180 164), wo das aus warmer salzsaurer Lösung ausgefallene Kupferoxydhydrat ausgepresst, im Krummofen auf Schwarzkupfer verschmolzen wird; ferner von Gibb bei seiner Silberscheidung, ebenso von Whelpley und Storer (vgl. 1867 185 285), welche Kupferoxydhydrat aus Chlorürlaugen abscheiden und damit zugleich ihr Chlorcalciumbad regeneriren.

(Schluss folgt.)