Text-Bild-Ansicht Band 270

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Bei der Zündvorrichtung von R. Lutzky in München (* D. R. P. Nr. 42289 vom 21. Juni 1887) wird ein Drehschieber benutzt.

Das Gehäuse g hat zwei Oeffnungen o und o1 (Fig. 34), durch welche die Flamme f brennt; die beiden Oeffnungen können durch Drehen der Scheibe s geschlossen werden, indem die Vorsprünge a und a1 sich über dieselben legen. Die beiden Oeffnungen e und e1 stehen in direkter Verbindung mit dem Cylinder der Gasmaschine. Die beiden Oeffnungen d und d1 der Scheibe s dienen zur Uebertragung der Vermittelungsflamme, das Loch l zur Speisung derselben. Feder p entlastet die Scheibe s als Gegendruck der Compression und zugleich drückt sie die Scheibe s gegen das Gehäuse. Während der Compression im Cylinder dringt durch Loch l das Gemisch in das Gehäuse g, wo es durch Flamme f entzündet wird. In diesem Augenblicke wirkt die Steuerung auf Hebel A, dreht die Scheibe s, so daſs die Vorsprünge a und a1 die Oeffnungen o und o1 schlieſsen; die Oeffnungen d und d1 der Scheibe s kommen über die Oeffnungen e und e zu liegen, wodurch das im Gehäuse brennende Gemisch direkt mit dem Gemische des Cylinders in Verbindung steht und die Explosion erfolgt.

Die Flamme ist durch das Zugrohr r gezwungen, zwischen die Bürstchen b durchzubrennen und letztere in glühenden Zustand zu versetzen. Da bei jeder Erneuerung der Arbeitsperiode die Bürstchen b in Berührung mit der Flamme kommen, so werden dieselben anstatt der Vermittelungsflamme das Gemisch mittels ihres glühenden Zustandes entzünden, und es kann somit das Loch l fortfallen.

Auch F. Wrede in Bielefeld (* D. R. P. Nr. 41976 vom 28. Juni 1887) benutzt einen rotirenden Schieber, welcher in eigenartiger Weise mit einer Regulirung versehen ist.

Der Schieber a (Fig. 36) bewirkt durch geeignete Kanäle die Zuführung und Mischung der atmosphärischen Luft und des Leuchtgases von auſsen nach dem Arbeitscylinder r, die Entzündung des durch den Arbeitskolben d angesaugten explosiblen Gemisches im Arbeitscylinder und ferner die Abführung bezieh. den Auspuff der Explosionsrückstände aus dem Arbeitscylinder. Der Schieber wird durch die Achse e, welche ihren Antrieb durch conische Räder von der Kurbelachse erhält, in rotirende Bewegung gesetzt und macht derselbe hierbei halb so viel Umdrehungen als die Kurbelachse. Die Verbindung der Achse e mit dem rotirenden Schieber a ist mittels einer ausrückbaren Zahnkuppelung f hergestellt. Der Schwungkugelregulator g bewegt sich frei auf der Achse e und erhält seinen Antrieb durch eine Winkelschnur mit zwei Leitrollen von der Kurbelachse aus. Der vom Regulator g durch den Winkelhebel i beeinfluſste Bügel h bewirkt beim Heben des Regulators ein Ausrücken und beim Sinken des Regulators ein Einrücken der Zahnkuppelung f; der rotirende Schieber a bleibt in Folge dessen bei einem zu schnellen Gange der Maschine stehen. Die untere Kuppelungshälfte