Text-Bild-Ansicht Band 270

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in welchem zwei kurze Bohrspindeln in 114mm Mittelentfernung lagern. Diese werden durch die frei auf H laufende Seilrolle mittels Stirnräder betrieben, während die Bohrfutter gelenkig mit den Bohrspindeln verkuppelt sind, stützen sich dieselben auf eingelegte Druckplatten der Bohrspindeln. Mit dieser Vorrichtung werden auch die viereckigen Köpfe der später in die Feuerbüchse eingezogenen Stehbolzen abgeschnitten.

Die Anordnung der Bohrvorrichtungen an das Werkstück, welches die Feuerbüchse eines Locomotivkessels ist, kann aus den Fig. 16 und 17 Taf. 24 ersehen werden. In vorgebohrten Löchern sind Stab Verbindungen befestigt, an welchen die eben beschriebene Bohrmaschine angebracht wird. Da sich nun dieselbe um den Stab A (Fig. 9 und 10) beliebig drehen läſst, ferner das Kreuzrohr um die Spindelachse C und das Gabellager um H verdreht werden kann, so kann nicht nur jede beliebige Spindelrichtung eingestellt, sondern damit auch ein Arbeitsfeld beherrscht werden, in welchem eine gröſsere Anzahl Löcher liegen, so daſs dadurch eine Verlegung der Stabrahmen beschränkt wird.

Die am Triebseile frei schwebende Gewindeschneid- und Stehbolzen-Eindrehvorrichtung besteht aus einer Blechtrommel (Fig. 11, 12 und 13) von 448mm Durchmesser und 135mm Höhe, in welcher ein Gegengewicht P das Eigengewicht der ganzen Vorrichtung mit der Seilspannung in Einklang bringt. Um die Mittelwelle C dreht sich der das Spannfutter tragende Arm B frei und wird durch den Sperrstift V in beliebiger Lage eingestellt, so daſs der Gewindebohrer ein Arbeitsfeld von 380mm Durchmesser bestreicht. Auf der Mittelwelle C ist das groſse Stirnrad R aufgekeilt, in welchem das mit der Seilrolle verbundene Getriebe greift. Da aber der Zapfen der Seilrollenachse excentrisch im Schilde gelagert ist, so muſs behufs des Eingriffes der Räder dieser Zapfen mittels des Hebels L (Fig. 13) herabgedreht werden. Soll nun bei fortlaufendem Triebseile der Betrieb des Gewindeschneidbohrers abgestellt werden, so braucht der Arbeiter diesen Hebel bloſs auszulösen oder frei zu lassen, so wird in Folge der Belastungskräfte dieser Hebel zurückschnellen und dadurch den Rädereingriff aufheben.

Zum Abgleichen vorstehender Stehbolzenenden ist die überaus einfache Fräse Vorrichtung (Fig. 14 und 15 Taf. 24) bemerkenswerth, welche ebenfalls zum Nach- oder Durchbohren der Sicherheitslöcher in die Stehbolzen dienen kann. Da der Bohrer verkehrt läuft, so könnte ein Losdrehen der zu locker eingesetzten Stehbolzen vorkommen, wodurch eine Untersuchung derselben erspart wird.

Die Betriebsweise dieser beiden Maschinen ist ebenfalls aus Fig. 16 und 17 leicht ersichtlich, wobei noch besondere an den Stabrahmen befindliche Leitrollen die Seilführung regeln. Das Eigengewicht der Bohrmaschine beträgt 53k, jenes der Gewindschneidevorrichtung 40k.

Der Arbeitslohn zum Loch bohren und Abstechen der Stehbolzenköpfe einschlieſslich der Aufstellung der Stabrahmen stellt sich auf