Text-Bild-Ansicht Band 271

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mechanische Stühle sind auch nur die folgenden zwei Fälle zu verzeichnen:

Der mechanische Wirkstuhl für reguläre Waare von Gustav Heidler in Chemnitz (* D. R. P. Nr. 43202 vom 5. Juli 1887) enthält nur für die Umsteuerung der Bewegungen zum Maschenbilden in diejenigen zum Mindern folgende neue Einrichtung: Die Triebwelle t (Fig. 2 Taf. 4) dreht, wie in vielen Wirkmaschinen, entweder die Arbeitswelle a zum Maschenbilden, oder die Minderwelle m zum Mindern der Waarenbreite. Während der gewöhnlichen Reihenarbeit bleibt das Minderrad m1 still stehen, weil es mit dem Bolzen b an den Schieber c stöſst und weil ihm an der Stelle m2 die Zähne fehlen. Soll aber gemindert werden, so hat in den bisher verwendeten Stühlen das Minderrad m1 auf der rechten Seite ein Beschwergewicht, welches, sobald durch den Zählapparat der Schieber c vom Bolzen b entfernt wird, niedersinkt, dabei m1 dreht und den Eingriff zwischen t1 m1 herstellt. Hiervon verschieden ist die neue Einrichtung in der Weise, daſs beim Ausrücken der Arbeitswelle a durch das Seitenexcenter e der Bolzen e1 an denjenigen d1 des Schiebers dc trifft, den letzteren hebt und nun nicht bloſs c von b entfernt, sondern mit c1 den Bolzen b empor drückt, also das Minderrad m1 direkt um ein Stück umdreht, so daſs es sicher mit seinen Zähnen in diejenigen des Triebrades t1 eingreifen muſs. Es ist also die unsichere Einrückung von m1 durch seine einseitige Belastung in eine sichere durch direkte Drehung verwandelt worden.

Der Kettenwirkstuhl für Plüschmusterwaare von Döring in Berlin (* D. R. P. Nr. 43419 vom 19. Juni 1887) ist ein flacher mechanischer Kettenstuhl (Fig. 31 Taf. 4) mit lothrechten Nadeln a auf beweglicher Nadelbarre b, welcher nach Art der Fangkettenstühle (sogen. Raschel-Maschinen) hinter der Stuhlnadelreihe a eine zweite Reihe von Nadeln c, aber ohne Haken, also glatte Drahtstäbchen enthält, wie sie sonst bereits zur Plüschwirkerei benutzt werden. Die Neuheit der vorliegenden Einrichtung besteht nun darin, daſs diese Plüschstäbchen c in der fest liegenden Abschlagschiene e einzeln beweglich sind und zwar durch die Platinen einer Jacquardmaschine einzeln gehoben werden können; sie stehen also im Allgemeinen unter der Abschlagkante e und arbeiten in dieser Stellung nicht, denn sie erhalten in derselben nicht Faden von den Kettenmaschinen df. Da, wo also die Plüschstäbchen c in der tiefsten Lage verbleiben, bildet die Nadelreihe a allein die Grundwaare aus den Fäden von df, wo aber einzelne Stäbchen c gehoben werden, wie in Fig. 32 , da legen sich die Plüschfäden der Maschine f mit um diese Stäbchen, sie bilden dort lange Schleifen i, welche erst nach Beendigung der nächsten Maschenreihe auf d von den Stäben c frei gelassen werden (Fig. 33 ), also dann in ihrer Länge verbleiben und die Futter- oder Plüschdecke der Waare bilden. Da diese Decke aber nur da hervorgebracht wird, wo die Stäbchen c in die Arbeitslage gehoben