Text-Bild-Ansicht Band 271

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zunächst und für die neue Anordnung nicht gebraucht, das obere Mittelexcenter aber besteht aus dem festen Theile d und den beiden beweglichen Stücken ef, es sind ferner vorhanden zwei feststehende Excenter gh und zwei um z1 schwingende Sectoren ik mit den an ihnen befestigten Zungen i1 k1. Die Seitentheile ef liegen im Allgemeinen unten auf b und c. Bewegt sich nun das Schloſs nach links in der Pfeilrichtung a, so laufen die Nadeln n in der Richtung x an b empor und gelangen auf e. Die erste Nadel aber, welche an e stöſst, wird diesen Theil e, da er beweglich ist, vor sich her drängen und heben bis er, wie punktirt gezeichnet, an d stöſst und diese erste Nadel 1 wird dann an e und d weiter in die höchste Lage, also über das ganze Schloſs empor gehoben und ausgerückt (z), sie arbeitet in dieser Lage nicht mit, da sie vom Schlosse gar nicht mehr getroffen und bewegt werden kann. Die nächsten Nadeln n aber, von 2 ab nach links hin, stoſsen nun an die untere Kante des gehobenen Seitentheiles e, gleiten an dieser abwärts und gehen in der Richtung xx ihren gewöhnlichen Arbeitsweg zur Maschenbildung; sie heben das bewegliche Stück c, um rechts unter ihm austreten zu können. Somit ist es möglich, bei jedem Schloſshube eine und zwar immer die erste Nadel auszurücken. Sollen nun diese ausgerückten Nadeln n1 nach und nach wieder in Thätigkeit kommen, so werden die Sectoren ik, welche bis dahin durch eine Schraube in senkrechter Stellung fest gehalten wurden, durch Lösen der Schraube dem Federzuge y frei gegeben und in die schiefe Lage, wie punktirt angedeutet, gebracht. Bewegt sich nun das Schloſs nach links, so stöſst die erste Nadel I mit ihrem Fuſse an die Zunge k1 (punktirt), sie drückt gegen diese Zunge und veranlaſst ein Schwingen von k und k1, wobei die Nadel I nach unten geführt wird, so weit, daſs sie nun beim nächsten Hube wieder vom Schloſstheile h erfaſst und zur Maschenbildung bewegt wird, diese Nadel ist also wieder eingerückt. Bei dem Schwingen um z haben sich aber k und k1 gesenkt, die nächste Nadel neben I trifft also k1 nicht mehr und sie sowie alle übrigen Nadeln n1 bleiben oben stehen. Damit ist es also möglich, diese unthätigen Nadeln nach und nach wieder zur Arbeit einzurücken.

Die Rundstrickmaschine für mehrfadige Musterwaare von Max Stephan in Berlin (* D. R. P. Nr. 44874 vom 13. Juli 1887) ermöglicht die Herstellung von unterlegten Farbmustern oder von einer Verbindung unterlegter mit plattirten Farbmustern durch Verwendung von abwechselnd geraden Nadeln a (Fig. 91 und 92 Taf. 4) und einwärts abgebogenen Nadeln b in irgend einer Reihenfolge neben einander. Den geraden Nadeln a wird der gewöhnliche Strickfaden c und den abgebogenen b ein, vielleicht andersfarbiger Musterfaden d vorgehalten. Wenn aber die Nadeln sich senken, so drängen sich die abgebogenen b an der Abschlagkante e auch nach vorn und erfassen, wie Fig. 92 zeigt, auch den gewöhnlichen Strickfaden c mit, so daſs sie also plattirte Maschen bilden.