Text-Bild-Ansicht Band 271

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Da der Plattirungsfaden d indeſs unter oder hinter den geradstehenden Nadeln liegt, so ist die Fadenverbindung auch zu den unterlegten Waaren zu rechnen und folglich eine Combination unterlegter und plattirter Farbmuster. Sollen jedoch plattirte Maschen nicht entstehen, so verwendet man als abgebogene Nadeln b solche mit besonders langen Haken, wie b3 in Fig. 92 zeigt; damit wird erreicht, daſs die Hakenöffnung bereits unterhalb des gewöhnlichen Strickfadens c liegt, wenn die Nadel b3 bis vor an diesen Faden gedrängt worden ist, womit also ein Einlegen dieses Fadens c in b3 vermieden wird. Die Nadeln b bilden dann Maschen nur aus d und diejenigen a Maschen nur aus c und es entsteht rein unterlegte Waare. Fig. 92 verdeutlicht ferner, wie man durch Einführen eines nicht steil liegenden Fadens e, welcher unter die Zungen von b und zwischen beide Nadelreihen ab gelangt, auch Futterwaare arbeiten kann.

Eine eigenthümliche Verbindung zweier glatten Waarenschläuche liefert die Bundstrickmaschine für doppelfadige Schlauchwaare von Thomas Henry Carroll in Philadelphia, Nordamerika (* D. R. P. Nr. 43596 vom 28. Juni 1887). Der Nadelcylinder a (Fig. 101 und 102 Taf. 4) dieser Maschine enthält Nuthen von verschiedener Tiefe und in diesen die Führungsbleche d1 e1 von verschiedener Breite, so daſs die Nadelreihen de zwei concentrische Kreise bilden. Jeder Nadelreihe d und e wird entweder durch einen Fadenführer b mit zwei Oeffnungen oder durch zwei getrennte Führer bb1 (Fig. 103 Taf. 4) je ein Faden gf zugeführt und es bildet auch jede Nadelreihe ihren Waarencylinder für sich. Da aber doch, wie Fig. 101 und 103 zeigen, die Maschen der inneren Nadeln d zwischen den Maschen der äuſseren Nadeln e hinabgezogen werden, so steckt eine Reihe immer in der anderen und beide Waarenstücke bilden einen einzigen zusammenhängenden Waarencylinder, dessen Zusammensetzung verschieden sein wird, je nachdem die äuſseren und inneren Nadeln in verschiedener Reihenfolge, 1 und 1 wie gezeichnet oder 2 und 1, 2 und 2 u.s.w. mit einander abwechseln. Endlich können noch durch besondere Führer 00 (Fig. 103 ), welche von den Zähnen eines sich drehenden Rades schwingend bewegt werden, weitere Fäden hi vor und hinter die Nadeln de gelegt werden, worauf diese sich nur bis in die Fangstellung senken, damit diese Fäden nicht Maschen bilden, sondern als Füller- oder Füllfäden zwischen den Maschen des Doppelschlauches liegen. Ein wesentlicher Vortheil und eine specielle Verwendung dieser eigenthümlichen Waare ist nicht angegeben und nicht zu ersehen.

Die Lamb'sche Strickmaschine endlich findet wegen ihrer groſsen Verwendbarkeit zum flachen und runden Stricken immer mehr Eingang in der Wirkerei und unterliegt deshalb auch immer weiteren Veränderungen, durch die sie zu den mannigfachsten Arbeiten geeignet gemacht wird. Von zwei verschiedenen Firmen ist z.B. eine Lamb'sche Strickmaschine für Doppelrandwaare angegeben worden und zwar von