Text-Bild-Ansicht Band 271

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von Bleiglanz, Kupferkies und Fahlerz nach der vereinigten Röst-, Reductions- und Verbleiungsarbeit statt. Man verschmilzt die Erze nach vorgängiger Röstung in Haufen bezieh. Fortschaufelungsöfen in Schachtöfen mit Sumpfofenzustellung auf Werkblei und Bleistein, in welchem letzteren sich das Kupfer sammelt. Durch wiederholtes Rösten und Schmelzen des Bleisteines bringt man den gröſsten Theil seines Blei- und Silbergehaltes in Werkblei aus, während man den Kupfergehalt mit einem Theile des Silbers in einem Kupfersteine erhält. Dieser wird ungeröstet mehrmals mit bleiischen Vorschlägen verschmolzen, um seinen Silbergehalt ins Blei überzuführen und dann durch Rösten und nachfolgendes Verschmelzen in Schachtöfen in concentrirten Kupferstein verwandelt, welcher todt geröstet, auf Schwarzkupfer verschmolzen und dann auf Garkupfer verarbeitet wird.

Zu Struthütten werden Silber haltige und Silber freie Kupferkiese bis auf Schwarzkupfer verarbeitet, welches, wenn von Silber frei, gar gemacht, wenn Silber haltig, der Elektrolyse unterworfen wird.

Die Silbergewinnung Deutschlands im J. 1886 vertheilt sich auf die verschiedenen Hüttenwerke wie folgt:

Stolberger Gesellschaft (Stolberg und Rambeck) 34181k
Rheinisch-Nassauische Gesellschaft (Holberg) 6381
Mechernicher Bergwerksverein (Mechernich) 6146
A. Pönsgen und Söhne (Call) 3356
Rothenbacher Hütte bei Musen 970
Remy und Hoffmann (Eins) 5406
Walther Cronekhütte bei Rosdzin 2872
Friedrichshütte bei Tarnowitz 8970
Mansfelder Gewerkschaft 75271
Oberharzer Hüttenwerke 58934
Unterharzer „ 6096
Freiberger „ 79783
––––––
297718k

Hinsichtlich der ausländischen Blei- und Silberhütten ist zunächst die von Pertusola bei Spezzia in Italien mit einer Jahresproduction von mehr als 16000t bemerkenswerth.

Man unterscheidet reiche (mit mehr als 1 Proc. Ag) und arme Silbererze (unter 1 Proc. Ag) sowie reiche und arme Bleierze mit kalkiger Gangart und Bleierze mit kieseliger Gangart.

Die reichen Silbererze (Silber haltiger Bleiglanz) werden sowohl mit Hilfe des Röstreactions Verfahrens als auch des Reductionsverfahrens zu Gute gemacht. Die armen Silbererze werden ähnlich, jedoch zum Unterschiede von den reichen ohne Zusatz von Glätte in einem Flammofen der Röstreactionsarbeit unterworfen. Für die reichen und armen Kalk haltigen Erze (Grenze bei 70 Proc. Pb) werden bekannte Methoden verwendet. Die Hütte besitzt 27 Flammöfen, 4 Schachtöfen, 7 Entsilberungskessel und 4 Treibherde. (Ausführlicheres siehe unter Mazzuoli: „Nota sull' Officina di Pertusola. Roma 1884“ und C. Ernst: „Die